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19.4.2010 von KUKKSI NACHRICHTEN Berlin I Johannes Hägele.
Vierter und letzter Teil der Kukksi-Reportage über die Odenwaldschule.
REPORTAGE. Mein Name ist Johannes Hägele, und wie vielleicht schon einige von Ihnen wissen, bin ich stellvertretender Inhaber der Kukksi Media Berlin, und Chefredakteur im Bereich Kunst & Kultur. Aber heute schreibe ich meinen Bericht auch als Altschüler der Odenwaldschule, als ein Mensch, der das Glück hatte, eine solche Schule besuchen zu dürfen. Was hat mich dazu bewogen die Odenwaldschule zu besuchen, wie ich die Zeit dort erlebt, und was hab ich aus der Schulzeit mitgenommen habe. Über diese Themen will ich in dem folgenden Artikel berichten. Am letzten Mittwoch präsentierten Ihnen die Kukksi-Nachrichten schon das Interview mit der Direktorin der Odenwaldschule, Margarita Kaufmann. Heute nun der vierte und letzte Teil meines Erfahrungsberichtes über das Leben an der Odenwaldschule.
“Wirklich fantastisch war an der OSO das sportliche Angebot, das ja an staatlichen Schulen nur zu oft sehr zu wünschen übrig lässt. So gab es an der OSO ( neben: Normale Arten ) auch exotische Kurse wie Baseball, Tennis auf dem schuleigenen Tennisplatz, Tischtennis oder auch Windsurfen auf einem nahe gelegenen Baggersee. Das ganze Angebot war sehr weit gefächert, Langeweile kam auf der OSO also nie auf.
Auch an den Wochenenden war für Abwechslung und Unterhaltung gesorgt, so verbrachten wir die Samstagabende oft in der OSO eigenen Disco, dem so genannten “Blockhaus”, das bei den Schülern sehr beliebt war. Hier wurde am Wochenende getanzt, oder Konzerte veranstaltet. Auf der OSO gab es mehrere Bands, die in den extra für sie eingerichteten Proberäumen üben konnten. Legendär waren die Auftritte der Metallband “Blossom”, die von meinen Klassenkameraden Benny und Phillip gegründet wurde, und die das “Blockhaus” immer fast zum einstürzen brachten. Auch das direkte Umfeld der OSO, mitten in einem lauschigen Tal im Odenwald, bot uns eine Menge Möglichkeiten. Oft feierten wir Feste an der “Roederhütte”, einer am Waldrand, oberhalb der Schule liegenden Holzhütte. “Grillen und chillen” war dort angesagt, und ohne die Kontrolle der Lehrer die Flausen von Jugendlichen ausleben, ich erinnere mich daran als ob es gestern gewesen wäre.
Ein „Muss“ für einen OSOaner waren die Ausflüge “übern Berg”. Auch sehr beliebt für die monatlichen “Familientage”. Das war eine Wanderung über den Berg in das nächstgelegene Tal, um dort in eine der urigen Odenwaldkneipen einzukehren und es sich bei “Handkäs mit Musik” und einem „Bembel Äppelwoi” gut gehen zu lassen - was waren das für schöne Abende.
Als wir in die Oberstufe kamen nutzten wir auch die gute Lage der OSO, nicht weit entfernt von Frankfurt und Mannheim. Waren die Leistungen in der Schule gut, genoss man auch viele Freiheiten, so dass wir öfters am Wochenende auf Technopartys nach Frankfurt, Mannheim, Heidelberg oder Mainz gefahren sind. Anfang der 1990er Jahre enstand gerade in dieser Region die deutsche Technozene, es war sehr interessant und spannend dies miterleben zu können.1994 organisierten mein Freund Nick und ich einen Bus um mit einer lustigen Truppe eine “Exkursion” nach Dortmund in die Westfalenhalle zu unternehmen. Ziel war die Veranstaltung unserer Träume- Mayday the Rave Olympia, eine der größten Feste für Freunde der elektronischen Musik in Europa. Ja es war wirklich eine aufregende Zeit an die ich mich immer gerne zurück erinnere.
An der Odenwaldschule hatte ich die Lust am Lernen wieder gefunden, indem ich meinen Stärken entsprechend gefördert wurde. Ich fühlte mich auf der OSO sehr wohl - gut aufgehoben, und ich muss sagen dass es eine der wichtigsten und schönsten Zeiten in meinem Leben war. Sehr oft denke ich an die Zeit zurück, und ich bin jedes mal froh diese Chance bekommen zu haben. Im Jahre 1994 verließ ich die OSO, nachdem ich meinen Abschluss mit Bravur bestanden hatte. Die OSO hatte aus mir einen selbstbewussten Menschen gemacht, der nicht durch seine Schwächen verunsichert sondern durch seinen Stärken gewachsen war.
Viele gute Freundschaften sind in meiner Schulzeit auf der Odenwaldschule entstanden, und sie haben zum Teil bis heute Bestand. Man verbrachte mit seinen Mitschülern ja mehr Zeit als mit seiner Familie zuhause, und so ist es auch verständlich, dass seine Freunde dort einem besonders stark ans Herz gewachsen sind. So etwas Neues und Spannendes, weit weg von seinen Eltern zu leben und die Schule zu besuchen, schweißte uns zusammen und machte für uns die Zeit auf der OSO zu etwas ganz besonderem. Viele junge Menschen schrecken zurück wenn sie das Wort “Internat” hören, denken gleich an ein Kinderheim und eine Bestrafung. Diese Vermutung, das kann ich bestätigen, ist nicht nur falsch, sondern auch sehr schade. Ich würde jedem Kind wünschen das erleben zu können was ich auf der Odenwaldschule erleben durfte.
Es war dann auch kein Wunder das sich der Abschied sehr schwer gestaltete, ja ich gebe es zu - ich konnte mir die Tränen nicht verdrücken. Es war eine solch intensive Zeit, so viele neue Menschen und Dinge, die ich kennen lernen durfte, das mir es total unwirklich vor kam als ich von meinen Eltern zum letzten mal abgeholt wurde und wir vom Schulgelände führen. Ich konnte mir gar nicht vorstellen dass es nun zu Ende sein soll – eigentlich wäre ich dort am liebsten geblieben.
Ich denke, dass es vielen OSOanern so gegangen ist, und auch weiter so gehen wird. Schön ist, dass alle zwei Jahre ein Altschülertreffen veranstaltet wird, so kann man immer wieder tempörär zurückkehren und in alten Erinnerungen schwelgen. Der Anlass der mich dazu bewogen hat diese kleine, sehr persönliche Reportage zu veröffentlichen ist ein schrecklicher. Schockiert und mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch habe ich, und vermutlich die meisten Altschüler, die Stück für Stück ans Tageslicht geförderten Fakten über Missbrauch durch Lehrkräfte an der Odenwaldschule verfolgt.
Ein dunkles Kapitel in der Geschichte der OSO wird nun endlich aufgearbeitet. Und den Opfern, wenn auch leider sehr verspätet, die Aufmerksamkeit und das Verständnis entgegengebracht, dass Sie benötigen um das Erlebte zu verarbeiten. Ich denke ich spreche für den Großteil der Altschülerschaft, wenn ich sage dass wir geschlossen und in vollem Umfang hinter den Opfern, und auch hinter Frau Kaufmann stehen. Der Prozess der lückenlosen Aufklärung muss intensiv weiter geführt werden, und muss in Konzepten enden, wie so etwas in Zukunft früher erkannt oder am besten ganz verhindert werden kann. Wie ich in der Einleitung zu diesem Artikel schon angemerkt habe, handelt es sich hier jedoch um Verfehlungen einzelner, was die Sache natürlich nicht minder schlimm macht. Und wir müssen jeden Tag neue Enthüllungen über Missbrauch in den verschiedensten Institutionen zur Kenntnis nehmen, in denen mit Kindern gearbeitet wird.
Es muss, meiner Meinung nach, eine gesamtgesellschaftliche Diskussion ins Rollen gebracht werden, in der die grundsätzlichen Faktoren erörtert werden, die zu solchen Fehlentwicklungen führen. Jetzt einzig und allein einzelne Institutionen dafür verantwortlich zu machen, wird der gesamten Problematik nicht gerecht.
Ich kenne viele OSOaner die, wie ich, eine wundervolle Zeit an der OSO erlebt haben und sich wünschen würden, dass mehr junge Menschen in den Genuss einer solchen Schule kommen könnten. So war es mir auch ein dringliches Anliegen in dieser so schlimmen Zeit, auch einmal die andere Seite der Odenwaldschule zu beleuchten. Zu schnell wird durch die massive, und zum Teil auch sehr einseitige Berichterstattung ein Bild vermittelt, das der Realität nicht gerecht wird und einen falschen Gesamteindruck entstehen lässt.
Ein großer Teil der Altschüler sind durch die OSO zu selbstbewussten jungen Menschen herangezogen worden und haben ein gutes Rüstzeug für Ihr Leben mit bekommen. Und es ist sicher für viele traurig, dass nun alles so beschmutzt und in den Dreck gezogen wird.”
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17.4.2010 von KUKKSI NACHRICHTEN Berlin I Johannes Hägele.
DIE REPORTAGE. In diesem Artikel wollen wir einen kurzen Überblick die Literatur geben, die aus Haiti kommt oder das Thema Haiti behandelt. Da es mittlerweile eine große Anzahl von jungen haitianischen Schriftstellern gibt, kann dieser Überblick nur partiell die sehr heterogene Literaturszene Haiti´s beleuchten.
Haiti, das Land direkt neben der Dominikanischen Republik, ein Land gesellschaftlicher Umbrüche und kultureller Widersprüche, die erste unabhängige Schwarzenrepublik der Welt, ist in Europa ziemlich unbekannt, es ruft bestenfalls Assoziationen zu Mythen des Voodoo und die Überwindung der Sklaverei hervor. 200 Jahre nachdem sich auf Haiti die Sklaven befreit haben, beging die UNO 2004 das Jahr der Sklaverei. Auch für Haiti ist dies kein rein historisches Thema, wie die haitianische Autorin Yanick Lahens deutlich macht. In ihrem Roman “Tanz der Ahnen”, der in der Mitte des 20. Jahrhunderts spielt, zeigt sie eine Gesellschaft, in der die afrikanische Traditionen ausgegrenzt werden.
Mehr Informationen zu diesem Buch gibt es unter: http://www.lateinamerikanachrichten.de/index.php?/artikel/364.html
Im Jahre 2007 veröffentlichte der, damals neugegründete, Litradukt-Verlag drei Erstübersetzungen, die die bislang verschlossen gebliebene Vielfalt der zeitgenössischen haitianischen Literatur zeigte.
Das erste Buch ist der Roman „Die Insel am Ende der Träume“ von Louis-Philippe Dalemberts. Es handelt sich hier um ein Buch im Format eines klassischen Abenteuerromans. Elemente wie eine rätselhafte femme fatale, einen sagenumwobenen Schatz und mörderische Stürme auf hoher See bestimmen die Geschichte.
“Und doch geht es um viel mehr, um den zum Scheitern verurteilten, oft parodistisch anmutenden und aberwitzig anmutenden Versuch, einen ungebrochenen Abenteurer in der Moderne darzustellen, um das Lebensgefühl des ewigen Vagabundierens und die Suche nach der Identität” (Quelle: prcenter.de)
“Georges Anglade, früher selbst Minister unter Aristide und Kenner des politischen Geschehens, lässt die besatzungsgeprüften und verzweifelten Haitianer auf eine fantastischen Idee verfallen: Ein schnell angezettelter Krieg des plötzlich zur terroristischen Bedrohung stilisierten Haiti gegen die Weltmacht, und schon kommt das bitterarme Land in den andauernden Genuss von Aufbauprogrammen und ‚ideeller’ Unterstützung durch ‚God’s Own Country’. Anglade gelingt es mit feinem Humor und großer Menschenkenntnis, ein groteskes Porträt der geopolitischen Bühne zu zeichnen. Karibische Selbstironie und amerikanischer Größenwahn verbinden sich zu einer Farce, die die große politische Bühne als Showgeschäft selbstverliebter Laien entlarvt.” (Quelle: prcenter.de)
“In seinem Erzählband „Der Blutchor“ beschwört er den Einbruch des Fantastischen in die Alltagswelt, wenn einem hohen Beamten plötzlich ein Schwanz wächst und ihn die spirituelle Seele seines Volkes entdecken lässt. Im Traum geschlossene Handel oder voreilige Opferbereitschaft gewinnen beängstigende Realität. In einer an Mircea Eliade erinnernden Kunstfertigkeit verwebt er haitianische Mythen mit einer subversiven Gesellschaftssatire, die in seiner Heimat nicht selten für Skandale sorgt” (Quelle: prcenter.de)
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16.4.2010 von KUKKSI NACHRICHTEN Berlin I Johannes Hägele.
Teil 3 der Kukksi-Reportage über die Odenwaldschule Ober-Hambach
REPORTAGE. Mein Name ist Johannes Hägele, und wie vielleicht schon einige von Ihnen wissen, bin ich stellvertretender Inhaber der Kukksi Media Berlin, und Chefredakteur im Bereich Kunst & Kultur. Aber heute schreibe ich meinen Bericht auch als Altschüler der Odenwaldschule, als ein Mensch, der das Glück hatte, eine solche Schule besuchen zu dürfen. Was hat mich dazu bewogen die Odenwaldschule zu besuchen, wie ich die Zeit dort erlebt, und was hab ich aus der Schulzeit mitgenommen habe. Über diese Themen will ich in dem folgenden Artikel berichten. Am Mittwoch präsentierten Ihnen die Kukksi-Nachrichten schon das Interview mit der Direktorin der Odenwaldschule, Margarita Kaufmann. Gestern dann konnten Sie den ersten Teil meines Erfahrungsberichtes, über das Leben an der Odenwaldschule lesen, und heute folgt der dritte Teil.
“Ich kam in die Familie der Pädagogin Siegried Greimers. Wir bewohnten das Untergeschoß des Humboldthauses, neben mir waren noch 7 weitere Schüler in dieser Familie. Auf der OSO leben die Schüler in so genannten “Familien” zusammen, die Zimmer liegen meist auf einem Stock eines Gebäudes, die Gebäude haben fast alle Namen von bekannten Dichtern und Denkern. Es wird darauf Wert gelegt, verschiedene Altersstufen und auch Schüler beider Geschlechter in einer “Familie” unterzubringen, so können die Jüngeren von den Älteren lernen, und die Älteren lernen Verantwortung zu übernehmen.
Die „Oberstufler“ haben die Möglichkeit ein Einzelzimmer zu bekommen, ansonsten sind Doppelzimmer die Regel. Doch viele haben sich bewusst für ein Doppelzimmer entschieden, und das dann bis zum Abschluss der Schule bewohnt. Es war schön einen Zimmerkameraden zu haben, mit dem man abends im Bett noch reden konnte.
Geleitet wird eine solche “Familie” von einer Lehrkraft, dem “Familienhaupt” die ebenfalls, zum Teil auch mit der eigenen Familie, in dem Gebäude wohnt. Die einzelnen “Familien” haben im Speisesaal einen eigenen Tisch, dort wird täglich zusammen gegessen, nur sonntags wurde in der Wohnung des “Familienhauptes” gefrühstückt, und alle freuten sich auf Brötchen und Croissants.
Am Anfang des Schuljahres fuhr man mit der “Familie” immer in die so genannte “Wanderwoche”. Da ging es dann zum Beispiel zum Wandern in die Alpen, Camping in Italien oder auch zum Segeln ans Ijsselmeer in die Niederlande. So wurde z. e. der Wiedereinstieg in das neue Schuljahr sehr erleichtert, der Zusammenhalt innerhalb der Familien gestärkt, und durch Aktivitäten, die zu einer normalen Familie gehört auch zu einem großen Erfahrungsgewinn.
Auch an die “Familien-Tagen”, die einmal im Monat stattfanden, erinnere ich mich gerne zurück. Ob es einer der legendären Kegel-Abende war, oder wir Ausflüge in ein nahe gelegenes Erlebnisbad oder in einen Skatepark in Hemsbach machten - wir hatten richtig Spaß. Deshalb habe ich das Familiensystem immer als sehr angenehm empfunden, so konnte man in der doch recht großen Schule einen kleineren Kreis an Schülern näher kennen lernen und war mit ihnen auch stärker verbunden. Wenn einem die Familie oder der Zimmergenosse nicht passte, konnte man auch jedes Schuljahr wechseln.
Der Unterricht wurde in kleinen Klassen abgehalten, so dass die Lehrer individueller auf die einzelnen Schüler eingehen konnten. Durch das Zusammenleben mit den Lehrkräften auf einem Schulgelände, war es uns auch immer möglich bei den Lehrern direkt kurz vorbei zu schauen, wenn wir z.B. eine Frage zum Unterricht oder zu einer anstehenden Prüfung hatten. Dieser direkte Zugang zu den Lehrkräften, der ein viel persönlicheres Verhältnis ermöglichte, hat mir während meiner Schulzeit sehr gut getan und oft geholfen. Endlich wurde mal richtig auf mich eingegangen, und versucht, individuelle Lösungen für vorhandene Probleme zu suchen.
Die OSO bot mir also das, was ich davor so dringend gesucht hatte. Eine Förderung meiner Stärken, und eine, meiner Meinung nach, sehr gute Vorbereitung auf meinen weiteren Lebensweg. Ein weiterer Vorteil war, dass es in Hessen kein Zentralabitur gab, wie z.B. in Baden-Württemberg woher ich stamme. So ist es den Schülern möglich gewesen, sich einen noch mehr auf das Individuum abgestimmten Stundenplan zusammenzustellen.
Viele Exkursionen bereicherten den Unterricht, es lernt sich doch viel leichter wenn man die Dinge direkt vor Augen hat. Mit Freude denke ich an die Exkursionen im Geschichtsunterricht bei Hans Traxel zurück, wir hatten das Thema „Deutsche Sagen“ - sprich die Nibelungen. Und da die bekannte “Nibelungen Straße” ganz in der Nähe der OSO vorbeiführt, führen wir zu den wichtigsten Orten der Nibelungen-Saga: Worms, Lorsch und natürlich zum Nibelungen-Brunnen im Odenwald.
Die OSO bietet neben der allgemeinen Hochschulreife noch weitere interessante Abschlussmöglichkeiten an. So konnte man als praktischen Teil der Fachhochschulreife nebenher eine Schreiner-, Schlosser-, oder eine Designausbildung absolvieren. Zudem bestand die Möglichkeit den CTA zu machen, einen Abschluss als Chemisch Technischer Assistent.
Ich entschied mich für den Design-Unterricht, im Zuge dessen wir an der Entstehung des weltberühmten “Baumhauses” der OSO mitgewirkt haben. Das von dem Stararchitekten Hübner entworfene “Baumhaus”, ist eine Attraktion und weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als das “Baumhaus” fertig war, kamen öfters Busse mit Touristen, die sich das Haus anschauen wollten. Das Baumhaus war wohl in einigen Deutschlandführern als Sehenswürdigkeit angegeben. Das von einer Stahlrohrkonstruktion getragene Haus verfügt über zwei große Klassenräume und ich empfand es immer als etwas Besonderes dort unterrichtet zu werden - so über dem Boden schwebend.”
Was wir in unserer Freizeit erlebten, welche besonderen Momente es gab und was ich für mein Leben mitgenommen habe erfahren sie im vierten und letzten Teil - lesen Sie am Montag wieder die Kukksi-Nachrichten.
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15.4.2010 von KUKKSI NACHRICHTEN Berlin I Johannes Hägele.
Teil 2 der Kukksi-Reportage über die Odenwaldschule Ober-Hambach
REPORTAGE. Mein Name ist Johannes Hägele, und wie vielleicht schon einige von Ihnen wissen, bin ich stellvertretender Inhaber der Kukksi Media Berlin, und Chefredakteur im Bereich Kunst & Kultur. Aber heute schreibe ich meinen Bericht auch als Altschüler der Odenwaldschule, als ein Mensch, der das Glück hatte, eine solche Schule besuchen zu dürfen. Was hat mich dazu bewogen die Odenwaldschule zu besuchen, wie ich die Zeit dort erlebt, und was hab ich aus der Schulzeit mitgenommen habe. Über diese Themen will ich in dem folgenden Artikel berichten. Gestern präsentierten Ihnen die Kukksi-Nachrichten schon das Interview mit der Direktorin der Odenwaldschule, Margarita Kaufmann.
“Sie liegt zwischen Heidelberg und Frankfurt, kurz hinter der Landesgrenze von Hessen, in einem idyllischen Tal - die Odenwaldschule. Eine der führenden Internatschulen Deutschlands mit großem internationalem Renommée.
Seit Ihrer Gründung im Jahre 1910, durch die Reformpädagogen Paul und Edith Geeheb, wurden an der Odenwaldschule viele junge Menschen zu selbstbewußten, starken Persönlichkeiten herangezogen. Auch viele bekannte Persönlichkeiten waren darunter. So befinden sich unter den Altschülern Namen wie Klaus Mann, Wolgang Porsche, Beate Uhse oder Amelie Fried. Die Odenwaldschule war, und ist weit über die Grenzen Deutschlands hinaus, dafür bekannt, sehr individuell auf den einzelnen Schüler einzugehen,und ihm somit eine best mögliche Vorbereitung auf das Leben zu geben - so lautet auch das Motto der Odenwaldschule: “Werde, der Du bist”.
Ich kam im Frühjahr 1992 an die Odenwaldschule, nachdem ich an der vorherigen Schule, durch einen zu wenig individuell ausgerichteten Unterricht, den Spaß am Lernen schon fast verloren hatte. Ich war auf der Suche nach einer Schule, die nach den Stärken eines Menschen sucht, und diese dann gezielt fördert. Ich schaute mir verschiedene Internatschulen an, darunter waren Salem am Bodensee und Urspring bei Ulm. Doch obwohl es alles bekannte , gute Schulen waren, fühlte ich mich auf keiner auf Anhieb so richtig wohl. Als ich dann mit meinen Eltern, in dem kleinen Ort Ober-Hambach bei Heppenheim, die Odenwaldschule besichtigte, war dies ganz anders.
Ich sah eine wunderschön gelegenen Schule, alte Häuser aus dem Jahr 1910 in einer parkähnlichen Umgebung, direkt am Wald gelegen. Mein zukünftiger Zimmergenosse Timo, sein Vater hatte ein Dachdeckergeschäft, holte mich am Goethehaus ab, zeigte mir die Schule und stellte mich gleich seinen Freunden vor. Sofort fühlte ich mich aufgenommen und akzeptiert, und ich konnte den starken Zusammenhalt spüren, den die Schüler der Odenwaldschule haben - ich war begeistert!
Eins war klar: dass ich hier den Rest meiner Schulzeit verbingen wollte und ich erklärte die Odenwaldschule kurzerhand zu meiner neuen, temporären Heimat. So wurde für mich praktisch über Nacht die Odenwaldschule zur OSO, so nennen die Schüler liebevoll ihr zweites Zuhause (Abkürzung für Odenwald Schule Ober-Hambach).
Ob sich mein erster Eindruck bestätigte, wie das Schulsytem zu mir passte und welche besonderen Momente ich auf der OSO erlebt habe - lesen Sie morgen wieder die Kukksi-Nachrichten.
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14.4.2010 von KUKKSI NACHRICHTEN Berlin I Johannes Hägele.
INTERVIEW. Wie bei einem Vulkanausbruch, kam es in der letzten Zeit zu immer neuen Eruptionen, in denen von neuen Mißbrauchsfällen in verschiedenen Institutionen unserer Gesellschaft berichtet wurde. Und viele fragten sich, woher dass plötzlich alles kommt, denn auch wie bei vielen Naturereignissen, ist die Gefahr lange unsichtbar gewesen, bevor sie sich Bahn gebrochen hat und für alle sichtbar wurde. Experten weisen aber immer wieder daraufhin, dass diese Kräfte überall in der Gesellschaft existieren und nicht erst seit heute.
Aber lange wurde darüber nicht gesprochen da diese Taten durch Autoritätspersonen verübt wurden, die ihre Macht missbrauchten und die Opfer zwangen zu schweigen. Aber dies wurde in unserer modernen, freien und informierten Gesellschaft zunehmend schwieriger. Und wie bei einer akuten Naturkatastrophe meint man zunächst, dass alle Welt davon erfasst ist, bis man merkt, dass es nur einen kleinen Ausschnitt der Wirklichkeit betrifft.
Darüber darf man aber auch nicht vergessen, dass es trotzdem in all den Institutionen auch Gutes gab und darüber will die folgende, vierteilige Kukksi-Reportage erzählen:
Mein Name ist Johannes Hägele, und wie vielleicht schon einige von Ihnen wissen, bin ich stellvertretender Inhaber der Kukksi Media Berlin, und Chefredakteur im Bereich Kunst & Kultur. Aber heute schreibe ich meinen Bericht auch als Altschüler der Odenwaldschule, als ein Mensch, der das Glück hatte, eine solche Schule besuchen zu dürfen. Im Zuge meiner Arbeiten und Recherchen zu diesem Artikel, habe ich ein Interview mit der aktuellen Direktorin der Odenwaldschule, Frau Margarita Kaufmann geführt, in dem Sie sehr offen über die Missbrauchsfälle, die Gründe und die Folgen gesprochen hat. Dafür will ich mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei Ihr bedanken.
Das Interview mit Frau Kaufmann bildet den Anfang der vierteiligen Kukksi-Reportage über die Odenwaldschule Ober-Hambach.
1. Ich war selbst Schüler der Odenwaldschule, und habe aus diesem Grund auch ein starkes persönliches Interesse an der ersten Frage: Wie ist die Stimmung an der Odenwaldschule, wie kann man jetzt das anstehende, 100-jährige Jubiläum feiern?
Unsere Jugendlichen und unsere Mitarbeiter zeigen sich schockiert und erschüttert über das nach und nach deutlicher zu Tage tretende Ausmaß des Missbrauchs, dem Schülerinnen und Schüler in den 1970er und 1980er Jahren an der Odenwaldschule ausgesetzt waren. Altschüler und Altmitarbeiter fragen sich, wie konnte so etwas passieren? Welche Anzeichen haben wir übersehen, wo haben wir weggeschaut? Was für Gründe gab es für dieses Wegschauen?
Eigentlich alle fordern eine lückenlose und rückhaltlose Aufklärung der Vorgänge und ermutigen meine Mitarbeiter und mich, den eingeschlagenen Weg der Transparenz und Offenlegung weiterzugehen und die Untersuchungen voranzutreiben. Mir tut diese Unterstützung gut, sie gibt mir Kraft für die Arbeit. Aber wir haben nicht nur für die Vergangenheit der Schule eineVerantwortung, sondern auch für ihre Zukunft, und darum werden wir den hundertsten Geburtstag der Schule feiern. Das sind wir unseren heutigen Schülern schuldig, aber nicht zuletzt auch dem Schulgründer und allen Menschen, die sich in der Odenwaldschule in den vergangenen hundert Jahren engagiert haben und all denen, für die diese Schule ein wichtiger Ort des Lebens und Lernens war. Aber wir werden nicht so jubelnd feiern, wie wir uns das ursprünglich vorgestellt haben, sondern dem Thema Missbrauch und Missbrauchsprävention eine geeignete Plattform im Rahmen unserer Festwoche schaffen und den Altschülern die Gelegenheit geben, mit Experten und Fachleuten zu diesem Thema in Dialog zu treten.
2. Kann eine Schule diese Aufklärung und Aufarbeitung alleine / selbst leisten, haben Sie professionelle Hilfe, gibt es dafür Institutionen? Wie würden Sie sich die Aufarbeitung wünschen, wie empfinden Sie die Arbeit der Medien im Moment, wenn z. B. ehemalige Schüler dort erstmals öffentlich über die Vorfälle und ihre Erinnerungen über diese Zeit reden?
Als die Missbrauchsfälle Ende der 1990 er Jahren erstmals bekannt wurden, hat die Odenwaldschule nicht konsequent eine professionell begleitete Aufarbeitung in Gang gesetzt. Damit meine ich auch die Nachfrage bei weiteren möglicherweise betroffenen ehemaligen Schülern. Vieles hat die Schule damals begonnen, doch eine Integration in die Schulentwicklung wurde versäumt. In den vergangenen Monaten haben wir uns den Betroffenen gegenüber als offen gezeigt und ihnen deutlich gemacht, dass wir wissen wollen, was damals geschehen ist.
Inzwischen stehe wir im Kontakt mit therapeutischen und wissenschaftlichen Organisationen und Institutionen. Wir suchen uns externe Beratung sowohl für eine therapeutische Angebotserweiterung als auch für ein wissenschaftliches fundiertes und praktisch erprobtes Konzept der Prävention. Ein Konzept, bei dem wir die gesamte Struktur unserer Schule auf mögliche Schwachstellen prüfen wollen. Unser Ziel ist es, die Schule zu sein, die neue Standards beim Umgang mit diesem für alle Internate virulenten Thema setzt.
Die wichtigsten Mittel zur Prävention und Heilung von Missbrauch sind Öffentlichkeit und Transparenz. Die offensive und fast ausschließlich sehr fundierte Arbeit der Medien hat wesentlich zur Aufklärung beigetragen. Ohne die vielfältigen Recherchen engagierter Journalisten wäre uns vieles, was damals zu einem Verschweigen und Wegschauen geführt hatte, nicht verständlich.
Dass sich Betroffene über die Medien an die Öffentlichkeit wenden, bedeutet zunächst das Durchbrechen der Intimität mit dem Täter, wie ein ehemaliger Schüler das ausdrückte. Und zum anderen, und das stand am Anfang der Aufarbeitung, die die Odenwaldschule jetzt begonnen hat, haben die ehemaligen Schülerinnen und Schüler großen Mut gezeigt und eine Unerschrockenheit, die uns alle sehr beeindruckt hat. Wir sind vor allem denen, die den Prozess zu Beginn des letzten Jahres in Gang gebracht haben, zu Dank verpflichtet.
3. Herr v. Hentig hat ja geäußert, dass Sie, seiner Meinung nach, den Aussagen der Opfer zu schnell glauben und einer rechtlichen Aufklärung vorgreifen. Haben Sie Unterstützung durch Herrn Becker, damit die Aufklärung möglich wird und weiterer Schaden von der Schule abgewendet wird. Müsste er nicht auch direkt vor die Medien treten, anstatt lediglich nur eine schriftliche Erklärung abzugeben?
Ich sehe keine Anzeichen oder Signale, die darauf hinweisen, dass Herr Becker sich aktiv an der Aufklärung der Vorfälle beteiligen will. Indessen ist seine öffentlich gemachte Erklärung eine direkte Antwort auf den von Herrn von Hentig mir gegenüber geäußerten Vorwurf. Es war deshalb – bei aller Kritik, die betroffene Altschüler äußern – ein wichtiger Schritt und letztlich ein Eingeständnis seiner Schuld und des an den ehemaligen Schülern begangenen Unrechts.
4. Wie sieht es mit alten Mitarbeitern aus, die vielleicht auch Mitwisser oder Dulder waren, die vielleicht weggeschaut haben, haben sie eine Mitarbeit angeboten, um die damalige Situation möglichst umfassend zu erhellen und zu bereinigen?
Die Schule steht nun vor einem inneren Aufarbeitungsprozess, der sicher sehr schmerzhaft werden wird. Und womöglich für viele Menschen auch zu einer völligen Verunsicherung führen wird. Wir werden uns auch dabei helfen lassen und mittels eines Supervisors in diesen schwierigen Prozess einsteigen. Es sind nicht mehr viele Mitarbeiter, die aus dieser Zeit noch an der Schule sind, aber einige von ihnen beteiligen sich schon jetzt aktiv an der Aufarbeitung und stellen sich den Fragen, die an sie gestellt werden. Auch das verdient unsere Anerkennung.
5. Was könnten die strukturellen Ursachen dieser Fehlentwicklung gewesen sein, gibt es konzeptionelle Gründe, wie kann dies geklärt werden? Und gibt es aus Ihrer Sicht gesellschaftliche Bedingungen, die diese Taten begünstigten?
Wir befinden uns gerade bei genauen Analyse und Untersuchung der Faktoren, die das „System Becker“, wie es viele Altschüler nennen, möglich gemacht haben. Hermetische Strukturen und unklare Rollen, uneindeutige Verantwortungszuschreibung und Zuständigkeiten haben sicher dieses System begünstigt, dem ein - und das darf man nicht vergessen - ,äußerst charismatischer Führer, so muss man das sagen, vorstand. Der hat alle in seinen Bann geschlagen und sie zur Loyalität und Bewunderung eingeladen.
Und er hat alle Menschen, die innerhalb des Systems aktiv waren, wie sich selbst zu etwas ganz Besonderem gemacht und dies auch immer wieder betont und beschrieben. Der damalige Leiter wird in verschiedenen Zusammenhängen immer wieder zitiert mit der Aussage: „Wir sind einzigartig und außergewöhnlich und eine ganz besondere Schule, an der alles anders ist und auch alles anders sein muss.“ Hierin lag für betroffene Schüler ein Erklärungsangebot für alles, was ihnen „ungewöhnlich“ vorkam, wie ein ehemaliger Schüler dies ausdrückte.
6. Gab es Kontrollmechanismen, die die Macht der Lehrer bzw. Leiter eingrenzte und überwachte? Muss eventuell das Schulkonzept überdacht werden, denn es ist zwar die Tat eines Einzelnen, aber die Bedingungen für solche Taten müssen eben auch gegeben sein?
Eines ist klar, die damaligen Kontrollmechanismen haben nicht geholfen. Es gab keine Standards zum Beispiel für die Familienführung. Und es gab keinen Heimleiter, dessen Aufgabe die Betreuung und Beratung der Familienhäupter gewesen wäre. Zwar hat die Odenwaldschule schon vor langem das Thema Schutz vor sexualisierter Gewalt in den Schulalltag hineingenommen. Dennoch ist, wie wir heute wissen, noch viel zu tun, um eine wirkliche Kultur des Hinschauens zu etablieren. Dazu gehören neben klaren Regeln und eindeutigen Rollen die Implementierung eines extern begleiteten Beratungs- und Fortbildungssystems, das sich zunächst an die Mitarbeiter, aber auch in adäquater Form auch an die Schüler richten muss.
7. Was hat sich seit damals vielleicht schon geändert, war es eine spezifische Phase? Und was kann man insgesamt aus diesen Vorfällen lernen?
Missbrauch ist ein Thema in unserer Schule, und das ist sicher die wichtigste Änderung seit den 1990 er Jahren. Dennoch können wir Missbrauch nicht grundsätzlich ausschließen. Wir können und wollen uns als eine lernende Organisation verstehen und Maßnahme ergreifen, die den Schülern eindeutige Beratungs- und Hilfsangebote schafft und auf verschiedenen Ebenen Kontrollmechanismen einbaut. Und vor allem Kenntnis darüber schafft, was Missbrauch ist, wie er sich äußert, welche Zeichen die Betroffenen geben und wie Täterprofile aussehen. Inzwischen haben sich auch die Infrastruktur und das Leben in den Familien geändert.
Gemeinschaftsduschen gibt es nicht mehr, die Jugendlichen haben Stoppschilder für ihre Zimmertüren und Schlüssel, um anzuzeigen, dass sie nicht gestört werden wollen, ein therapeutische Team steht als Ansprechpartner zur Verfügung und unser Ausschuss zum Schutz vor sexualisierter Gewalt ist mit Schülern und Mitarbeitern beiderlei Geschlechts besetzt. Dieser Ausschuss wird nun von einer externen Fachkraft beraten und geschult, diese steht dann auch möglichen betroffenen Schüler zur Verfügung. Wir bemühen uns um ein Klima der Offenheit und der Transparenz.
8. Wie würden Sie sich die Zusammenarbeit mit den Medien vorstellen, um solche Vorfälle möglichst zu vermeiden, aber auch die Schule und ihre Identität nicht zu beschädigen?
Wie schon gesagt, die Medien haben die Aufdeckung der Vorfälle und der Zusammenhänge, die sie letztlich möglich gemacht hat, mit vorangetrieben. Eine offene und differenzierte Berichterstattung und die Stärkung der Strukturen der Beratung sind die Maßnahmen, die uns und die Schule stärken. Wir sind nun aufgefordert, das Wertvolle und Gute an der Odenwaldschule zu bewahren und uns auf einen Prozess der Schulentwicklung einzulassen, der die Odenwaldschule zu einer in jeder Hinsicht wieder vorzeigbaren Schule macht.
9. Gibt es schon Ideen, wie mit den Opfern umgegangen werden kann, damit sie nicht erneut zu Opfern werden?
Die Opfer müssen uns als Institution erleben, die sich zu den Vorkommnissen bekennt, Verletzungen anerkennt und zu deren rückhaltloser Aufklärung beiträgt. Betroffene dürfen nicht ein zweites Mal beschämt werden.
10. Meine letzte Frage: Für viele Altschüler war die Odenwaldschule ein zweites Zuhause, in dem sie zu selbstbewussten, jungen Menschen erzogen wurden. Auch ich zähle mich dazu. Wie ist die Reaktion der Altschülerschaft, wie ist der Zusammenhalt?
Die meisten Altschüler, die mit der Odenwaldschule wieder im Kontakt stehen oder auch immer standen, betonen immer wieder, dass diese Schule für sie eine zweite Heimat und der wichtigste Ort ihrer Entwicklung war. Der Odenwaldschule verdanken sie vieles oder alles, was sie heute sind, auch solche Sätze sind immer wieder zu hören und dieser Tage auch in den Medien zu lesen. Natürlich stellen sich viele Altschüler auch viele Fragen. Und dennoch möchten sie die guten Erinnerungen an die Schule behalten und die Zukunft der Schule sichern. Viele von ihnen unterstützen uns mit Gesprächen und Hinweisen bei der Aufklärung. Dafür bin ich sehr dankbar.
Das Interview führte der stellvertretende Inhaber der Kukksi Media Berlin, Johannes Hägele, am 25.03.2010.
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13.3.2010 von KUKKSI NACHRICHTEN Berlin I Johannes Hägele.
BREAKING NEWS. Eine Woche nach dem spektakulären Überfall auf das EPT- Pokerturnier im Berliner “Grand-Hyatt” Hotel kann die Polizei den ersten Fahndungserfolg vermelden. Wie aus Medienkreisen verlautet verhaftete ein Sondereinsatzkomando am gestrigen Abend einen ersten mutmaßlichen Verdächtigen. Der Mann soll arabischer Herkunft sein. Er wurde zum Verhör ins Landeskriminalamt am Tempelhofer Damm gebracht.
Weitere Durchsuchungen sollen in der Nacht im Berliner Stadtgebiet stattfinden. Polizei und Staatsanwaltschaft wollten sich laut Polizeisprecher Frank Millert nicht dazu äußern. Die Täter hatten am Tatort DNA-Spuren und Fingerabdrücke hinterlassen, möglicherweise hat dies die Polizei so schnell auf die Spur der Täter gebracht. Ein Beitrag in der Sendung “Aktenzeichen XY” brachte nicht den erhofften Erfolg, es gab sehr wenige Anrufe zu dem Fall, und es war keine heiße Spur dabei. Kukksi wir Sie über alle weiteren Entwicklungen in diesem Fall auf dem Laufenden halten.
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18.2.2010 von KUKKSI NACHRICHTEN Berlin I Johannes Hägele.
BREAKING NEWS. Nach Angaben der Polizei hat am heutigen Morgen ein 23-jähriger Mann an einer Berufsschule in Ludwigshafen einen Angriff auf mehrere Lehrer gestartet. Dabei hat er, vermutlich mit einem Messer, einen der Lehrer getötet. Der Täter ist mittlerweile von einem SEK der Polizei überwältigt und festgenommen worden.
Über das Motiv und das Verhältniss des Täters zu der Berufschule ist zu diesem Zeitpunkt noch nichts bekannt. Es wird gerade ein Pressezentrum eingerichtet und eine Pressekonferenz vorbereitet. Kukksi wird weiter berichten.
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18.2.2010 von KUKKSI NACHRICHTEN Berlin I Johannes Hägele.
BREAKING NEWS. Ein Großaufgebot von Polizei und Rettungskräften ist in diesen Minuten dabei eine Berufsschule in Ludwigshafen zu evakuieren. Ein SEK der Polizei ist unterdessen an der Schule eingetroffen.
Ob es sich um eine Bombendrohung oder einen Amokläufer handelt ist bis jetzt noch nicht ganz klar. Es soll einen schwer verletzten Lehrer geben. Die Polizei spricht von einer akuten Bedrohungslage. Nach neuesten Angaben soll der Täter mittlerweile festgenommen sein. Sobald es neue Informationen gibt, wird Sie Kukksi auf den neuesten Stand bringen.
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24.1.2010 von KUKKSI NACHRICHTEN Berlin I Johannes Hägele.
KUKKSI-SPENDENMARATHON
“Abenteurer auf See, Hasardeure der Politik und der Einbruch des Fantastischen.
Neue Literatur aus Haiti “
In diesem Artikel wollen wir einen kurzen Überblick die Literatur geben, die aus Haiti kommt oder das Thema Haiti behandelt. Da es mittlerweile eine große Anzahl von jungen haitianischen Schriftstellern gibt, kann dieser Überblick nur partiell die sehr heterogene Literaturszene Haiti´s beleuchten.
Haiti, das Land direkt neben der Dominikanischen Republik, ein Land gesellschaftlicher Umbrüche und kultureller Widersprüche, die erste unabhängige Schwarzenrepublik der Welt, ist in Europa ziemlich unbekannt, es ruft bestenfalls Assoziationen zu Mythen des Voodoo und die Überwindung der Sklaverei hervor. 200 Jahre nachdem sich auf Haiti die Sklaven befreit haben, beging die UNO 2004 das Jahr der Sklaverei. Auch für Haiti ist dies kein rein historisches Thema, wie die haitianische Autorin Yanick Lahens deutlich macht. In ihrem Roman “Tanz der Ahnen”, der in der Mitte des 20. Jahrhunderts spielt, zeigt sie eine Gesellschaft, in der die afrikanische Traditionen ausgegrenzt werden.
Mehr Informationen zu diesem Buch gibt es unter: http://www.lateinamerikanachrichten.de/index.php?/artikel/364.html
Im Jahre 2007 veröffentlichte der, damals neugegründete, Litradukt-Verlag drei Erstübersetzungen, die die bislang verschlossen gebliebene Vielfalt der zeitgenössischen haitianischen Literatur zeigte.
Das erste Buch ist der Roman „Die Insel am Ende der Träume“ von Louis-Philippe Dalemberts. Es handelt sich hier um ein Buch im Format eines klassischen Abenteuerromans. Elemente wie eine rätselhafte femme fatale, einen sagenumwobenen Schatz und mörderische Stürme auf hoher See bestimmen die Geschichte.
“Und doch geht es um viel mehr, um den zum Scheitern verurteilten, oft parodistisch anmutenden und aberwitzig anmutenden Versuch, einen ungebrochenen Abenteurer in der Moderne darzustellen, um das Lebensgefühl des ewigen Vagabundierens und die Suche nach der Identität” (Quelle: prcenter.de)
Die zweite Veröffentlichung heißt „Und wenn Haiti den USA den Krieg erklärt?“, und wurde von Georges Anglade geschrieben.
“Georges Anglade, früher selbst Minister unter Aristide und Kenner des politischen Geschehens, lässt die besatzungsgeprüften und verzweifelten Haitianer auf eine fantastischen Idee verfallen: Ein schnell angezettelter Krieg des plötzlich zur terroristischen Bedrohung stilisierten Haiti gegen die Weltmacht, und schon kommt das bitterarme Land in den andauernden Genuss von Aufbauprogrammen und ‚ideeller’ Unterstützung durch ‚God’s Own Country’. Anglade gelingt es mit feinem Humor und großer Menschenkenntnis, ein groteskes Porträt der geopolitischen Bühne zu zeichnen. Karibische Selbstironie und amerikanischer Größenwahn verbinden sich zu einer Farce, die die große politische Bühne als Showgeschäft selbstverliebter Laien entlarvt.” (Quelle: prcenter.de)
Und die dritte Puplikation die wir präsentieren wollen hat den Titel “Der Blutchor“. Geschrieben wurde dieses Buch von Gary Victor, einem der meistgelesenen Schriftstellern Haitis.
“In seinem Erzählband „Der Blutchor“ beschwört er den Einbruch des Fantastischen in die Alltagswelt, wenn einem hohen Beamten plötzlich ein Schwanz wächst und ihn die spirituelle Seele seines Volkes entdecken lässt. Im Traum geschlossene Handel oder voreilige Opferbereitschaft gewinnen beängstigende Realität. In einer an Mircea Eliade erinnernden Kunstfertigkeit verwebt er haitianische Mythen mit einer subversiven Gesellschaftssatire, die in seiner Heimat nicht selten für Skandale sorgt” (Quelle: prcenter.de)
Mehr Informationen über die drei Bücher gibt es unter: http://www.prcenter.de/Abenteurer-und-Fantastisches-Junge-Literatur-aus-Haiti.9176.html
Und zuguterletzt wollen wir noch ein Buch vorstellen das nicht von einem haitianischen Schriftsteller geschrieben wurde, sich jedoch u.a. mit dem Thema Haiti beschäftigt.
Samuel Huntington stellt Haiti in seinem Buch “Kampf der Kulturen” in die von ihm propagierte Kategorie der „einsamen Länder“ ohne Anschluss an einen größeren Kulturkreis und begründet das mit „kreolischer Sprache, Wodu-Religion, dem revolutionären Ursprung aus Sklavenaufständen und seiner brutalen Geschichte“. Zur näheren Begründung verweist er darauf, dass die lateinamerikanischen Länder die Haitikrise 1994 nicht als lateinamerikanisches Problem angesehen und darum – sehr im Unterschied zu Kuba – keine Flüchtlinge ins Land gelassen hätten. „‚In Lateinamerika‘, so der gewählte Präsident Panamas, ‚gilt Haiti nicht als lateinamerikanisches Land. Die Haitianer sprechen eine andere Sprache. Sie haben andere ethnische Wurzeln, eine andere Kultur. Sie sind überhaupt sehr anders.‘ Ebenso getrennt ist Haiti von den englischsprachigen Ländern der Karibik. ‚Haitianer‘, so ein Kommentator, ‚sind für Leute aus Grenada oder Jamaica genauso fremd, wie sie es für Leute aus Iowa oder Montana wären‘. Haiti, ‚der Nachbar, den keiner will‘, ist wahrhaftig ein Land ohne Verwandte. (Quelle: Wikipedia)
Wie wir gesehen haben gibt es sehr viel interessante Literatur aus und über Haiti zu entdecken. Wenn Sie die junge Schriftstellerszene in Haiti, und damit die Entwicklung der intellektuellen Identität Haitis unterstützen wollen, spenden Sie im Zuge des Kukksi Spendenmarathon. Jeder Betrag, und sei er auch noch so klein, ist ein kleiner Baustein der helfen wird das Land wieder aufzubauen. Denn im Moment kann wohl in Haiti keiner an Kunst und Kultur denken, denn der nackte Kampf ums Überleben steht hier momentan im Vordergrund.
Der Kukksi-Spendenmarathon dauert bis 24 Uhr an. Jeder Euro zählt - Egal ob Sie 5€, 10€ oder 100€ spenden wollen, ihre Spende gelangt direkt an die Organisation “Aktion Deutschland Hilft” und von dort aus gelangt das Geld direkt zu Haiti. Benötigt wird das Geld unter anderem für medizinische Versorgung, sauberes Wasser, Zelte und den Wiederaufbau des Staates.
>>> Der nächste Bericht folgt 18:40 Uhr.
>>> Bitte helfen Sie. Bei KUKKSI.DE können Sie spenden.
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24.1.2010 von KUKKSI NACHRICHTEN Berlin I Johannes Hägele.
KUKKSI-SPENDENMARATHON
Gerade in der kalten Jahreszeit, von Oktober bis Februar erreichen uns oft Meldungen über Naturkatastrophen. Die schreckliche Tsunami-Katastrophe 2004 in Asien ist uns allen noch zu gut in Erinnerung. Und auch hier war der Auslöser ein Erdbeben. Wir haben uns gefragt: ist die Winterzeit wirklich eine Katastrophenzeit?
Statistisch gesehen gibt es in dieser Zeit nicht mehr Naturkatastrophen als sonst, obwohl hier vor allem Erdbeben zu verzeichnen sind. Einer der ersten auch mit dem Monat festgehaltenen Naturkatastrophen war die Sturmflut vom 17. Februar 1164, die die Nordseeküste betroffen hat. Die sogenannte “Julianenflut” war der Beginn der Entstehung des Jadebusens, und kostete damals rund 20.000 Menschen das Leben.
Durch eine Auflistung der großen Katastrophen die in den Monaten Oktober bis Februar statt gefunden haben, wollen wir einen kurzen Überblick über die zeitliche Verteilung geben:
Und nun am 12. Januar 2010 das verheerende Erdbeben der Stärke 7,0 in Haiti, auf der karibischen Insel Hispaniola. Das Epizentrum war 16 Km von der Hauptstadt Port-Au-Prince entfernt. Nach neusten Schätzungen haben ca. 100.000 - 200.000 Menschen ihr Leben verloren.
Insgesamt waren es 20 große Naturkatastrophen die in der Monaten Oktober bis Februar lagen. Dagegen gab es in den Monaten März bis September 23 Naturkatastrophen, die in die Geschichte eingegangen sind. Damit hat sich diese Frage auch beantwortet: Es gibt in der Winterzeit nicht mehr Naturkatastrophen als im restlichen Jahr. Vielleicht sind wir auch nur besonders zugänglich dafür, weil die besinnliche Weihnachtszeit noch nachwirkt, und wir uns dadurch besser daran erinnern.
Kukksi hat versucht zu dieser Frage eine Stellungnahme von Institut für Geologie der FU Berlin zu bekommen, doch leider wurde Kukksi eine so kurzfristige Anfrage verwehrt.
>>> Der nächste Bericht folgt 17:30 Uhr.
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