Münster. Bundesbildungsministerin Annette Schavan plant, auch an der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) in Münster, neben Tübingen und Osnabrück, ein Zentrum für islamische Studien aufzubauen. Münster nimmt bereits eine wichtige bundesweite Vorreiterrolle in der Ausbildung islamischer Religionslehrer ein.
Schon vor Wochen hatte die WWU ein entsprechendes Konzept eingereicht und eine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der Universität Osnabrück signalisiert. Obwohl der offizielle Bescheid der Bundesministerin noch nicht vorliegt, wollen die Hochschulleitungen von Münster und Osnabrück Kontakt aufnehmen, damit ein gemeinsames Konzept entwickelt und auch die finanzielle Seite abgeklärt werden kann.
Zufrieden mit dieser Entwicklung ist auch Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, der an der WWU den Lehrstuhl für Islamische Religionspädagogik inne hat. Er steht dafür, die traditionelle islamische Theologie kritisch zu reflektieren und stattdessen eine islamische Theologie aus dem europäischen Kontext heraus zu verankern. Künftig sollen in den Zentrum, einem Kooperationsprojekt mit der Universität Osnabrück, fünf islamische Theologie-Professoren tätig sein. Da mit Mouhanad Khorchide die Professur für islamische Religionspädagogik bereits besetzt ist, wird eine weitere Professur für islamische Glaubensinhalte aktuell ausgeschrieben. Bereits 42 Muslime werden bei Khorchide am Centrum für religiöse Studien zu islamischen Religionslehrern ausgebildet.
Doch der Bedarf an Pädagogen ist bundesweit sehr Hoch und der Wissenschaftsrat, der die Förderung von Zentren für islamische Theologie an deutschen Hochschulen angeregt hatte, schätzt die Zahl auf 2000 bis 2500 Pädagogen für das gesamte Bundesgebiet.