Juli 2010
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04:30 I Wetter: Hitzewelle über Russland

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WETTER. Bei uns hat sich die Hitze verabschiedet und die Westgrenze der 30-Grad-Marke hat sich nach Polen auf den 18 Längengrad Ost verzogen. In weiten Teilen Russlands brütet man bei 35 bis 40 Grad vor sich hin. Dabei sind solche Temperaturen selbst weit im Norden nicht ganz ungewöhnlich. Beispielsweise erreichen die Temperaturen in Omsk, das auf einer geografischen Breite vergleichbar zu Flensburg liegt, bis zu 40 Grad. In Deutschland ist in den Regionen spätestens bei 36 Grad das Ende der Fahnenstange erreicht. Und 4 Grad sind eine große Differenz, wie man ja spätestens seit den Rekordversuchen der ersten Juliwochenenden weiß; da quälten wir uns zehntelgradweise an die Rekorde ran und haben selbst im Süden Deutschlands, wo man Maxima von 40 Grad vereinzelt schon erreicht hat, die Rekordmarke mit 37 Grad C “weit” verfehlt.

Diese Unterschiede auf gleichem Breitenkreis finden ihre Ursache in dem kontinentalen russischen Klima. Im Gegensatz zu Mitteleuropa fehlt dort die Wirkung des Meerwassers, das die Extreme aufgrund seiner höheren Wärmekapazität dämpft. Das macht sich besonders im Winter bemerkbar, wo das etwas schützende Meerwasser der Barentssee von Eis bedeckt ist und die Luft aus dem Norden ohne wärmende Unterlage, wie es bei uns der Atlantik mit seinem Golfstrom ist, direkt nach Süden vordringt.

Somit hat die überwiegend trockene kontinentale Hitze auch ihren Preis: Den heißen 40 Grad im Sommer stehen recht erfrischende Temperaturen um minus 40 Grad, entgegen, die dort von November bis März auftreten können. Schwach ausgeprägt finden wir diese Tendenzen auch in Deutschland. Während im eher kontinental beeinflußten Osten die Mitteltemperaturen im Sommer um die 18 Grad liegen, finden sich im Westen eher die 17 Grad. Umgekehrt ist es natürlich im Winter, wenn es im Osten durchschnittlich knapp 2 Grad kälter ist als im Westen.

Abschließend noch zur Fortsetzung der Juli-Rekordjagd: Da halten sich immer noch viele Rekorde, aber die Anzahl der Stationen wird täglich geringer, denn Renate I, das sich entwickelnde Polentief, lässt selbst Sommertage mit Höchstwerten über 25 Grad vorerst zur Rarität werden.

Zum Ausgleich gibt es neue Niederschlagsrekorde zu vermelden. Die Messanlage in Freienbessingen bei Erfurt meldete uns 116 Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden.

Text: © Deutscher Wetterdienst (DWD)

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