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Sie befinden sich aktuell in den KUKKSI.de Nachrichten Blog-Archiven für den folgenden Tag 14.4.2010.

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Archive für 14.4.2010

23:51 I Finanzielle Pleite: Nach Griechenland jetzt Portugal?

Lissabon. Nachdem Griechenland starke finanzielle Probleme hat, könnte es auch Portugal treffen, dass berichten Medien. Nach Ansicht der EU-Kommission muss die Regierung in Lissabon ihre Haushaltsstrategie überarbeiten. Die EU-Kommission schlägt Alarm: “Es könnten im laufenden Jahr zusätzliche Konsolidierungsmassnahmen erforderlich werden”, sagte EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn am Mittwoch bei der Bewertung der portugiesischen Haushaltsstrategie. Der Schuldenstand in Portugal klettert auf kritische 90 Prozent.

22:10 I Kurzarbeit: Es geht in die dritte Runde

Berlin. Kurzarbeit soll die Beschäftigungskrise bekämpfen. dies soll auch in Zukunft so bleiben, denn die Bundesregierung möchte auch in Zukunft auf diese Art von “Arbeit” setzen. Ein Gesetzentwurf von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), welcher der Frankfurter Rundschau vorliegt zeigt, dass die Bundesagentur für Arbeit Sozialbeiträge für Kurzarbeit bis zur Hälfte des Jahres 2012 erstattet. Laut Entwurf beziehen sich die Kosten dabei auf eine Milliarde Euro.

21:13 I Guido-Superstar im Jugendmagazin “Bravo”

Berlin. Die ganz großen Stars aus Musik, Fernsehen und Film - Und neuerdings auch aus der Politik. Guido Westerwelle ist im Jugendmagazin “Bravo”, er ist der erste Politiker, der mit dem Magazin sprechen wird. Der Bundesaußenminister schafft es zwar nicht aufs Titelblatt, aber immerhin: Ein Foto kündigt das Gespräch im Inhaltsverzeichnis an.

Der “Super-Guido” hat es nicht auf die Titelseite geschafft, da wohl die Konkurrenz Kesha, Selena Gomez, Lady Gaga einfach größer sind. Das Interview mit Westerwelle ist auf Seite 72 versteckt. Der “Super-Guido” erklärt, dass er durchaus gerne eigene Kinder gehabt hätte. “Es hat nicht sollen sein.” Er und sein Partner Michael Mronz würden sich  in Hilfsorganisationen für Kinder engagieren.

18:00 I Kukksi heute Abend (14.04.2010)

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TOPTHEMA. Das schwere Erdbeben in China hat nach Medienberichten über 400 Tote gefordert, über 10.000 Verletzte soll es geben und zahlreiche Menschen werden unter den Trümmern vermisst. Das Erdbeben, welches sich am frühen Morgen ereignete, erreichte eine Stärke von 7,1 auf der Richterskala. Sorge macht den Behörden der Zustand eines Stausees in der Nähe, wo sich Risse in der Staumauer zeigen. Das Erdbeben erschütterte eine der ärmsten Regionen im tibetischen Hochland von Qinghai um 7,49 Uhr, 800 Kilometer im Süden der Provinzhauptstadt Xining.

SPORT. Wussten Sie eigentlich, dass Michael Schumacher in der Formel1 wieder fährt? Ja, er ist wieder zurück gekommen, man merkt nur nicht viel davon. In den letzten zwei Rennen ist er untergegangen, aber vielleicht kommt er ja dieses Wochenende wieder in Fahrt, wenn der große Preis in Shanghai stattfindet. Mercedes-Teamchef Ross Brawn sagte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa: “Michael kommt mit jedem Wochenende mehr und mehr in Fahrt”. Wir sind gespannt!

STARS & STERNCHEN. In der TV-WG “Big Brother” wird heftig gestritten. Zwischen dem Porno-Klaus, Jenny und Aleks kam es zum gewaltigen Zoff. “Dass du so eine falsche Schlange bist, hätte ich echt nicht gedacht. Ich bin wirklich enttäuscht von dir!” wirft Klaus der Ex-Busenfreundin Jenny vor, dass berichtet “Promiflash.de”. Die Friseurin lässt sich jedoch nicht provozieren und haut ordentlich zurück. Es geht heiß her im “Big Brother”-Haus - Heute 19 Uhr geht`s bei RTL2 weiter!

FERNSEHEN. Am heutigen Mittwoch starten um 20:15 die neuen Folgen der “Super Nanny” bei RTL. Diplom-Pädagogin Katharina Saalfrank hilft in sieben neuen Folgen den Eltern, die mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert sind. In der ersten Folge ist Katia Saalfrank bei einer Familie, die Drillinge hat. Die neuen Folgen - Die “Super Nanny”, heute 20:15 bei RTL.

SONST NOCH … Wie bei einem Vulkanausbruch, kam es in der letzten Zeit zu immer neuen Eruptionen, in denen von neuen Mißbrauchsfällen in verschiedenen Institutionen unserer Gesellschaft berichtet wurde. Und viele fragten sich, woher dass plötzlich alles kommt, denn auch wie bei vielen Naturereignissen, ist die Gefahr lange unsichtbar gewesen, bevor sie sich Bahn gebrochen hat und für alle sichtbar wurde. Experten weisen aber immer wieder daraufhin, dass diese Kräfte überall in der Gesellschaft existieren und nicht erst seit heute. Aber lange wurde darüber nicht gesprochen da diese Taten durch Autoritätspersonen verübt wurden, die ihre Macht missbrauchten und die Opfer zwangen zu schweigen. Am heutigen Mittwoch wurde das Kukksi-Interview mit der Direktorinder Odenwaldschule, Margarita Kaufmann, bei uns veröffentlicht. Morgen um 11 Uhr folgt der zweite Teil der Reportage.

WETTER. Ja, ja, der schöne Frühling - Wo bleibt er denn nur. Das werden sicherlich viele fragen, aber es gibt Hoffnung. In der Nacht zum Donnerstag ist es meist leicht bewölkt. Die Tiefstwerte: 6 bis 1 Grad. Gebietsweise droht leichter Bodenfrost. Bis zum Wochenende soll es deutlich wärmer werden.

  • TV-TIPP. Die neuen Folgen - Katharina Saalfrank wieder im Einsatz. Die “Super Nanny”, die neuen Folgen. Heute 20:15 bei RTL.
  • NUTZLOSES WISSEN. Der berühmte Künstler und Architekt Hundertwasser hieß ursprünglich »Friedrich Stowasser« und benannte sich in »Friedensreich Regentag Dunkelbunt Hundertwasser« um. (Quelle: Internet)

15:22 I Kukksi Wahlarena: Steuerpläne nach NRW-Wahl

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Berlin. Viele hatten es so kommen sehen- erst wird am 9. Mai die neue Landesregierung von Nordrhein- Westfalen gewählt und danach  wird es für die Bürger konkret. So sollen die Verhandlungen der schwarz-gelben Koalition über die Steuerreform erst einmal “auf Eis” gelegt werden.Vielleicht kann man vorher wenigstens mit einem Signal zur Verständigung rechnen, doch fest steht, dass der Bürger mit konkreten Gesetzesentwürfen erst nach der NRW-Wahl rechnen kann. So soll die Steuereinschätzung Anfang Mai zunächst Klarheit über den “Ist-Zustand” bringen, bevor Neuregelungen auf den Verhandlungstisch kommen. Die FDP plant für mittlere und kleine Einkommen deutliche Entlastungen und ein fünf-Stufen-Modell bezüglich des Steuertarifs soll neu eingeführt werden.

Der Deutsche Städte-und Gemeindebund übt indes Kritik an den anvisierten Plänen und angesichts der katastrophalen Finanzlage von Kommunen  und Städten seien die Steuerpläne der FDP nicht zu verkraften.

15:00 I Frostschäden belasten Kommunen

Bremen. Der harte Winter hat nicht übersehbare Schäden hinterlassen. Viele Straßen sind beinahe Kraterlandschaften und die Kommunen wissen nicht, woher sie das Geld für die Beseitigung von Frostschäden nehmen sollen. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat bereits eine Soforthilfe in Höhe von 100 Millionen Euro zugesagt, doch scheint dieses Geld nur ein Tropfen auf den heißen Stein zu sein.

In Bremen beraten die Verkehrsminister von Bund und Ländern bis morgen über eine Winterhilfe für die Kommunen, die nach Einschätzungen von Experten mehr als zwei Milliarden Euro verschlingen wird. Von Seiten des Bundesverkehrsministerium ist zu hören, dass in erster Linie Bundesstraßen und Autobahnen saniert werden können. Doch wie soll es mit den kommunalen Straßen weiter gehen?

Dieses heiße Thema wie auch die Entwicklung von Elektroautos und den Bau von Pendlerparkplätzen an Autobahn-Ausfahrten sollen bei der zweitätigen Konferenz in der Hansestadt angesprochen werden.

11:00 I Kukksi-Interview mit Margarita Kaufmann, Direktorin der Odenwaldschule

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INTERVIEW. Wie bei einem Vulkanausbruch, kam es in der letzten Zeit zu immer neuen Eruptionen, in denen von neuen Mißbrauchsfällen in verschiedenen Institutionen unserer Gesellschaft berichtet wurde. Und viele fragten sich, woher dass plötzlich alles kommt, denn auch wie bei vielen Naturereignissen, ist die Gefahr lange unsichtbar gewesen, bevor sie sich Bahn gebrochen hat und für alle sichtbar wurde. Experten weisen aber immer wieder daraufhin, dass diese Kräfte überall in der Gesellschaft existieren und nicht erst seit heute.

Aber lange wurde darüber nicht gesprochen da diese Taten durch Autoritätspersonen verübt wurden, die ihre Macht missbrauchten und die Opfer zwangen zu schweigen. Aber dies wurde in unserer modernen, freien und informierten Gesellschaft zunehmend schwieriger. Und wie bei einer akuten Naturkatastrophe meint man zunächst, dass alle Welt davon erfasst ist, bis man merkt, dass es nur einen kleinen Ausschnitt der Wirklichkeit betrifft.

Darüber darf man aber auch nicht vergessen, dass es trotzdem in all den Institutionen auch Gutes gab und darüber will die folgende, vierteilige Kukksi-Reportage erzählen:

Mein Name ist Johannes Hägele, und wie vielleicht schon einige von Ihnen wissen, bin ich stellvertretender Inhaber der Kukksi Media Berlin, und Chefredakteur im Bereich Kunst & Kultur. Aber heute schreibe ich meinen Bericht auch als Altschüler der Odenwaldschule, als ein Mensch, der das Glück hatte, eine solche Schule besuchen zu dürfen. Im Zuge meiner Arbeiten und Recherchen zu diesem Artikel, habe ich ein Interview mit der aktuellen Direktorin der Odenwaldschule, Frau Margarita Kaufmann geführt, in dem Sie sehr offen über die Missbrauchsfälle, die Gründe und die Folgen gesprochen hat. Dafür will ich mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei Ihr bedanken.

Das Interview mit Frau Kaufmann bildet den Anfang der vierteiligen Kukksi-Reportage über die Odenwaldschule Ober-Hambach.

  • Interview mit Frau Margarita Kaufmann, Direktorin der Odenwaldschule Ober-Hambach

1. Ich war selbst Schüler der Odenwaldschule, und habe aus diesem Grund auch ein starkes persönliches Interesse an der ersten Frage: Wie ist die Stimmung an der Odenwaldschule, wie kann man jetzt das anstehende, 100-jährige Jubiläum feiern?

Unsere Jugendlichen und unsere Mitarbeiter zeigen sich schockiert und erschüttert über das nach und nach deutlicher zu Tage tretende Ausmaß des Missbrauchs, dem Schülerinnen und Schüler in den 1970er und 1980er Jahren an der Odenwaldschule ausgesetzt waren. Altschüler und Altmitarbeiter fragen sich, wie konnte so etwas passieren? Welche Anzeichen haben wir übersehen, wo haben wir weggeschaut? Was für Gründe gab es für dieses Wegschauen?

Eigentlich alle fordern eine lückenlose und rückhaltlose Aufklärung der Vorgänge und ermutigen meine Mitarbeiter und mich, den eingeschlagenen Weg der Transparenz und Offenlegung weiterzugehen und die Untersuchungen voranzutreiben. Mir tut diese Unterstützung gut, sie gibt mir Kraft für die Arbeit. Aber wir haben nicht nur  für die Vergangenheit der Schule eineVerantwortung, sondern auch für ihre Zukunft, und darum werden wir den hundertsten Geburtstag der Schule feiern. Das sind wir unseren heutigen Schülern schuldig, aber nicht zuletzt auch dem Schulgründer und allen Menschen, die sich in der Odenwaldschule in den vergangenen hundert Jahren engagiert haben und all denen, für die diese Schule ein wichtiger Ort des Lebens und Lernens war. Aber wir werden nicht so jubelnd feiern, wie wir uns das ursprünglich vorgestellt haben, sondern dem Thema Missbrauch und Missbrauchsprävention eine geeignete Plattform im Rahmen unserer Festwoche schaffen und den Altschülern die Gelegenheit geben, mit Experten und Fachleuten zu diesem Thema in Dialog zu treten.

2. Kann eine Schule diese Aufklärung und Aufarbeitung alleine / selbst leisten, haben Sie professionelle Hilfe, gibt es dafür Institutionen? Wie würden Sie sich die Aufarbeitung wünschen, wie empfinden Sie die Arbeit der Medien im Moment, wenn z. B. ehemalige Schüler dort erstmals öffentlich über die Vorfälle und ihre Erinnerungen über diese Zeit reden?

Als die Missbrauchsfälle Ende der 1990 er Jahren erstmals bekannt wurden, hat die Odenwaldschule nicht konsequent eine professionell begleitete Aufarbeitung in Gang gesetzt. Damit meine ich auch die Nachfrage bei weiteren möglicherweise betroffenen ehemaligen Schülern. Vieles hat die Schule damals begonnen, doch eine Integration in die Schulentwicklung     wurde versäumt. In den vergangenen Monaten haben wir uns den Betroffenen gegenüber als offen gezeigt und ihnen deutlich gemacht, dass wir wissen wollen, was damals geschehen ist.

Inzwischen stehe wir im Kontakt mit therapeutischen und wissenschaftlichen Organisationen und Institutionen. Wir suchen uns externe Beratung sowohl für eine therapeutische Angebotserweiterung als auch für ein wissenschaftliches     fundiertes und praktisch erprobtes Konzept der Prävention. Ein Konzept, bei dem wir die gesamte Struktur unserer Schule auf mögliche Schwachstellen prüfen wollen. Unser Ziel ist es, die Schule zu sein, die neue Standards beim Umgang mit diesem für alle Internate virulenten Thema setzt.

Die wichtigsten Mittel zur Prävention und Heilung von Missbrauch sind Öffentlichkeit und Transparenz. Die offensive und fast ausschließlich sehr fundierte Arbeit der Medien hat wesentlich zur Aufklärung beigetragen. Ohne die vielfältigen Recherchen engagierter Journalisten wäre uns vieles, was damals zu einem Verschweigen und Wegschauen geführt hatte, nicht verständlich.

Dass sich Betroffene über die Medien an die Öffentlichkeit wenden, bedeutet zunächst das Durchbrechen der Intimität mit dem Täter, wie ein ehemaliger Schüler das ausdrückte. Und zum anderen, und das stand am Anfang der Aufarbeitung, die die Odenwaldschule jetzt begonnen hat, haben die ehemaligen Schülerinnen und Schüler großen Mut gezeigt und eine     Unerschrockenheit, die uns alle sehr beeindruckt hat. Wir sind vor allem denen, die den Prozess zu Beginn des letzten Jahres in Gang gebracht haben, zu Dank verpflichtet.

3. Herr v. Hentig hat ja geäußert, dass Sie, seiner Meinung nach, den Aussagen der Opfer zu schnell glauben und einer rechtlichen Aufklärung vorgreifen. Haben Sie Unterstützung durch Herrn Becker, damit die Aufklärung  möglich wird und weiterer Schaden von der Schule abgewendet wird. Müsste er nicht auch direkt vor die Medien treten, anstatt lediglich nur eine schriftliche Erklärung abzugeben?

Ich sehe keine Anzeichen oder Signale, die darauf hinweisen, dass Herr Becker sich aktiv an der Aufklärung der Vorfälle beteiligen will. Indessen ist seine öffentlich gemachte Erklärung eine direkte Antwort auf den von Herrn von Hentig mir gegenüber geäußerten Vorwurf. Es war deshalb – bei aller Kritik, die betroffene Altschüler äußern – ein wichtiger Schritt und letztlich ein Eingeständnis seiner Schuld und des an den ehemaligen Schülern begangenen Unrechts.

4. Wie sieht es mit alten Mitarbeitern aus, die vielleicht auch Mitwisser oder Dulder waren, die vielleicht weggeschaut haben, haben sie eine Mitarbeit angeboten, um die damalige Situation möglichst umfassend zu erhellen und zu bereinigen?

Die Schule steht nun vor einem inneren Aufarbeitungsprozess, der sicher sehr schmerzhaft werden wird. Und womöglich für viele Menschen auch zu einer völligen Verunsicherung führen wird. Wir werden uns auch dabei helfen lassen und mittels eines Supervisors in diesen schwierigen Prozess einsteigen. Es sind nicht mehr viele Mitarbeiter, die aus dieser Zeit noch an der Schule sind, aber einige von ihnen beteiligen sich schon jetzt aktiv an der Aufarbeitung und stellen sich den Fragen, die an sie gestellt werden. Auch das verdient unsere Anerkennung.

5. Was könnten die strukturellen Ursachen dieser Fehlentwicklung gewesen sein, gibt es konzeptionelle Gründe, wie kann dies geklärt werden? Und gibt es aus Ihrer Sicht gesellschaftliche Bedingungen, die diese Taten begünstigten?

Wir befinden uns gerade bei genauen Analyse und Untersuchung der Faktoren, die das „System Becker“, wie es viele Altschüler nennen, möglich gemacht haben. Hermetische Strukturen und unklare Rollen, uneindeutige     Verantwortungszuschreibung und Zuständigkeiten haben sicher dieses System begünstigt, dem ein - und das darf man nicht vergessen - ,äußerst charismatischer Führer, so muss man das sagen, vorstand. Der hat alle in seinen Bann geschlagen und sie zur Loyalität und Bewunderung eingeladen.

Und er hat alle Menschen, die innerhalb des Systems aktiv waren, wie sich selbst zu etwas ganz Besonderem gemacht und dies auch immer wieder betont und beschrieben. Der damalige Leiter wird in verschiedenen Zusammenhängen immer wieder zitiert mit der Aussage: „Wir sind einzigartig und außergewöhnlich und eine ganz besondere Schule, an der alles anders ist und auch alles anders sein muss.“ Hierin lag für betroffene Schüler ein Erklärungsangebot für alles, was ihnen „ungewöhnlich“ vorkam, wie ein ehemaliger Schüler dies ausdrückte.

6. Gab es Kontrollmechanismen, die die Macht der Lehrer bzw. Leiter eingrenzte und überwachte? Muss eventuell das Schulkonzept überdacht werden, denn es ist zwar die Tat eines Einzelnen, aber die Bedingungen für solche Taten müssen eben auch gegeben sein?

Eines ist klar, die damaligen Kontrollmechanismen haben nicht geholfen. Es gab keine Standards zum Beispiel für die Familienführung. Und es gab keinen Heimleiter, dessen Aufgabe die Betreuung und Beratung der Familienhäupter     gewesen wäre. Zwar hat die Odenwaldschule schon vor langem das Thema Schutz vor sexualisierter Gewalt in den Schulalltag hineingenommen. Dennoch ist, wie wir heute wissen, noch viel zu tun, um eine wirkliche Kultur des Hinschauens zu etablieren. Dazu gehören neben klaren Regeln und eindeutigen Rollen die Implementierung eines extern begleiteten Beratungs- und Fortbildungssystems, das sich zunächst an die Mitarbeiter, aber auch in adäquater Form auch an die Schüler richten muss.

7. Was hat sich seit damals vielleicht schon geändert,  war es eine spezifische Phase? Und was kann man insgesamt aus diesen Vorfällen lernen?

Missbrauch ist ein Thema in unserer Schule, und das ist sicher die wichtigste Änderung seit den 1990 er Jahren. Dennoch können wir Missbrauch nicht grundsätzlich ausschließen. Wir können und wollen uns als eine lernende Organisation verstehen und Maßnahme ergreifen, die den Schülern eindeutige Beratungs- und Hilfsangebote schafft und auf verschiedenen Ebenen Kontrollmechanismen einbaut. Und vor allem Kenntnis darüber schafft, was Missbrauch ist, wie er sich äußert, welche Zeichen die Betroffenen geben und wie Täterprofile aussehen. Inzwischen haben sich auch die Infrastruktur und das Leben in den Familien geändert.

Gemeinschaftsduschen gibt es nicht mehr,  die Jugendlichen haben Stoppschilder für ihre Zimmertüren und Schlüssel, um anzuzeigen, dass sie nicht gestört werden wollen, ein     therapeutische Team steht als Ansprechpartner zur Verfügung und unser Ausschuss zum Schutz vor sexualisierter Gewalt ist mit Schülern und Mitarbeitern beiderlei Geschlechts besetzt.  Dieser Ausschuss wird nun von einer externen Fachkraft beraten und geschult, diese steht dann auch möglichen betroffenen Schüler zur Verfügung. Wir bemühen uns um ein Klima  der Offenheit und der Transparenz.

8. Wie würden Sie sich die Zusammenarbeit mit den Medien vorstellen, um solche Vorfälle möglichst zu vermeiden, aber auch die Schule und ihre Identität nicht zu beschädigen?

Wie schon gesagt, die Medien haben die Aufdeckung der Vorfälle und der Zusammenhänge, die sie letztlich möglich gemacht hat, mit vorangetrieben. Eine offene und differenzierte Berichterstattung und die Stärkung der Strukturen der Beratung sind die Maßnahmen, die uns und die Schule stärken. Wir sind nun aufgefordert, das Wertvolle und Gute an der Odenwaldschule zu bewahren und uns auf einen Prozess der Schulentwicklung einzulassen, der die Odenwaldschule zu einer in jeder Hinsicht wieder vorzeigbaren Schule macht.

9. Gibt es schon Ideen, wie mit den Opfern umgegangen werden kann, damit sie nicht erneut zu Opfern werden?

Die Opfer müssen uns als Institution erleben, die sich zu den Vorkommnissen bekennt, Verletzungen anerkennt und zu deren rückhaltloser Aufklärung beiträgt. Betroffene dürfen nicht ein zweites Mal beschämt werden.

10.  Meine letzte Frage: Für viele Altschüler war die Odenwaldschule ein zweites Zuhause, in dem sie zu selbstbewussten, jungen Menschen erzogen wurden. Auch ich zähle mich dazu. Wie ist die Reaktion der Altschülerschaft, wie ist der Zusammenhalt?

Die meisten Altschüler, die mit der Odenwaldschule wieder im Kontakt stehen oder auch immer standen, betonen immer wieder, dass diese Schule für sie eine zweite Heimat und der wichtigste Ort ihrer Entwicklung war. Der Odenwaldschule verdanken sie vieles oder alles, was sie heute sind, auch solche Sätze sind immer wieder zu hören und dieser Tage auch in den Medien zu lesen. Natürlich stellen sich viele Altschüler auch viele Fragen. Und dennoch möchten sie die guten     Erinnerungen an die Schule behalten und die Zukunft der Schule sichern. Viele von ihnen unterstützen uns mit     Gesprächen und Hinweisen bei der Aufklärung. Dafür bin ich sehr dankbar.

  • Wir bedanken uns bei Margarita Kaufmann für das Interview.

Das Interview führte der stellvertretende Inhaber der Kukksi Media Berlin, Johannes Hägele, am 25.03.2010.

  • Die Kukksi-Reportage über die Odenwaldschule. Teil 2 gibt es am morgigen Donnerstag um 11 Uhr hier in den Nachrichten.

10:47 I Erdbeben in China: 400 Tote, 10.000 Verletzte

Qinghai. Das schwere Erdbeben in China hat nach Medienberichten über 400 Tote gefordert, über 10.000 Verletzte soll es geben und zahlreiche Menschen werden unter den Trümmern vermisst. Das Erdbeben, welches sich am frühen Morgen ereignete, erreichte eine Stärke von 7,1 auf der Richterskala. Sorge macht den Behörden der Zustand eines Stausees in der Nähe, wo sich Risse in der Staumauer zeigen.

Das Erdbeben erschütterte eine der ärmsten Regionen im tibetischen Hochland von Qinghai um 7,49 Uhr, 800 Kilometer im Süden der Provinzhauptstadt Xining.   Das Epizentrum lag 30 Kilometer westlich von der Stadt Jiegu, welche 28.000 Einwohner hat, dort stürzten 85 Prozent aller Häuser ein. Das Erdbeben kam aus einer Tiefe von 33 Kilometern.

10:36 I Kanzlerin Merkel: Vom Atom-Gipfel nach Hollywood

Washington / Los Angeles. Nach harten Verhandlungen über das Atomprogramm mit US-Präsident Barack Obama reist die Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Hollywood und trifft auch Filmgrößen. Nach einem Frühstück mit Gouverneur Arnold Schwarzenegger warten zum Mittagessen berühmte Hollywood-Filmstars auf die Kanzlerin. In einem Nobel-Restaurant gibt Bürgermeister Antonio Villaraigosa zu Ehren der Bundeskanzlerin ein Mittagessen.

Auf Merkel warten Filmstars wie die beiden Oscar-Preisträger Geena Davis (”Thelma & Louise”), Nicole Kidman (”The Hours”) und Bruce Willis (”Stirb Langsam”). Auch Arthur Cohn ist anwesend, Schweizer Filmproduzent und dreifacher Oscar-Preisträger. Kanzlerin Angela Merkel hatte darum gebeten, neben Filmproduzenten auch Schauspieler kennenlernen zu dürfen.

10:09 I Kukksi Wahlarena: In NRW droht ein Patt

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KUKKSI WAHLARENA. Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen droht ein Patt zwischen Schwarz-Gelb und Rot-Grün, beide Bündnisse würden nach einer “Stern”-Umfrage gleichauf liegen. Beide Koalitionen würden auf 45 Prozent kommen, deutliche Verluste muss die CDU hinnehmen. Die Linke erreicht fünf Prozent und muss um den Einzug in den Landtag bangen. Rot-Grün und Schwarz-Gelb hätten nur eine Chance, wenn die Linken die Fünf-Prozent-Hürde nicht erreichen würde.

Sollte die Linke in den Landtag einziehen, wäre ein Bündnis von CDU und Grünen oder eine Koalition von SPD, den Grünen und den Linken denkbar, beide würden auf 50 Prozent kommen.  Noch ist die Unsicherheit bei den Wählern groß, in gut drei Wochen findet die Landtagswahl im bevölkerungsreichsten Bundesland statt.