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Archive für 25.2.2010

23:44 I Zypries kritisiert FDP-Vorschlag zu neuem Verfassungsrichter

Berlin (dts). Die frühere Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hat den Vorschlag der FDP kritisiert, Andreas Paulus zum neuen Verfassungsrichter zu ernennen. “Es ist schlecht, dass wieder keine Frau vorgeschlagen wurde”, sagte die SPD-Politikerin gegenüber der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (Freitagausgabe). Zypries ist Mitglied des Bundestagsausschusses zur Wahl der Verfassungsrichter. Sie wies gegenüber der Zeitung darauf hin, dass von den insgesamt 16 Richterposten die drei derzeitigen Verfassungsrichterinnen alle von der SPD vorgeschlagen wurden.

So falle es offenbar den Sozialdemokraten zu, demnächst wieder eine Frau zu benennen, so Zypries. Zurzeit muss sich die SPD jedoch mit dem Vorschlag für die Nachfolge Hans-Jürgen Papiers auseinandersetzen. Die Sozialdemokraten dürften dem Vorschlag der FDP aber zustimmen, da Paulus als Völkerrechtler wohl besser in den zweiten Senat passen würde. Paulus hat sich international einen Namen gemacht und vertrat Deutschland bereits vor dem Internationalen Gerichtshof.

23:07 I Fünfjähriger harrte zwei Tage neben seiner toten Mutter aus

Heidenheim (dts). Ein fünfjähriger Junge hat im baden-württembergischen Heidenheim zwei Tage neben seiner toten Mutter auf Hilfe gewartet. Bereits in der Nacht zum Samstag fanden Polizeibeamte die Leiche der 40-jährigen Frau, wie die “Heidenheimer Zeitung” heute berichtet. Der Polizei zufolge war die Frau bereits mehr als 48 Stunden tot. Nachbarn wurden zuvor aufgrund eines Kinderweinens auf eine Wohnung aufmerksam, die laut den Angaben jedoch unbewohnt war. Nachdem die Polizisten die Tür geöffnet hatten, entdeckten sie in der völlig verdreckten und übel riechenden Wohnung die Leiche.

Der fünfjährige Sohn der Vorstorbenen sei leicht dehydriert gewesen und wurde vorsorglich in ein Krankenhaus eingeliefert. Ein Polizeisprecher sagte der Zeitung, dass die 40-Jährige eines natürlichen Todes in Folge einer Erkrankung gestorben war. Warum der Fünfjährige nicht in der Lage war, Hilfe zu holen, ist bisher noch unklar. Laut dem Sprecher sei die Wohnungstür nicht verschlossen gewesen. Außerdem ist noch unklar, wie die Frau mit ihrem Sohn unbemerkt in der Wohnung leben konnte.

22:01 I Studie: Glaube an Gott lindert Depressionen

Toronto / Chicago (dts). Der Glaube an Gott könnte möglicherweise Depressionen lindern. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität von Toronto. Demnach spiele der Glaube an Gott eine positive Rolle bei der Behandlung von Angstzuständen und Depressionen. Die Forschungsergebnisse zeigen “deutliche Unterschiede im Gehirn” von Gläubigen und Nicht-Gläubigen. Eine neue Studie des Rush University Medical Centers in Chicago geht noch einen Schritt weiter: Bei Patienten, bei denen klinische Depressionen diagnostiziert wurden, kann der Glaube an Gott die Reaktionen auf medizinische Behandlung verbessern.

22:00 I Brennender Papierkorb führt zu Großeinsatz der Feuerwehr

Lübeck (dts). Ein brennender Papierkorb in einem Büro hat zu einem Großeinsatz der Lübecker Feuerwehr geführt. 13 Einsatzfahrzeuge und bis zu 50 Einsatzkräfte rückten gegen 18.00 Uhr aus, nachdem ein Mitarbeiter eines Alten- und Pflegeheimes eine starke Verrauchung in einem Büro meldete. Der Mitarbeiter des Heims konnte den Brand mit eigenen Mitteln nicht mehr unter Kontrolle bringen. Die Feuerwehr drang daraufhin in das Büro vor wo sie allerdings nur einen brennenden Papierkorb vorfand. Eine Gefahr für die Bewohner bestand nicht, alle konnten in ihren Räumen verbleiben. Verletzt wurde bei dem Zwischenfall niemand. Warum der Papierkorb in Brand geraten war, konnte zunächst nicht geklärt werden.

21:58 I Mindestens elf Tote nach Fabrikbrand in Bangladesch

Dhaka (dts). Bei einem Brand in einer Kleiderfabrik in Bangladesch sind in der Nacht (Ortszeit) mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Verschiedenen Medienberichten zufolge kamen bei dem Zwischenfall möglicherweise noch mehr Menschen ums Leben. Weiterhin seien bis zu 50 Personen verletzt worden. Das Feuer ereignete sich in einer Fabrik in Gazipur, etwa 50 Kilometer nördlich der Hauptstadt Dhaka. Die Einsatzkräfte vor Ort benötigten mehr als zwei Stunden um den Brand unter Kontrolle zu bringen. Die genauen Ursachen konnten zunächst nicht geklärt werden, jedoch kommt es in Bangladesch aufgrund von geringen Sicherheitsstandards öfter zu derlei Zwischenfällen.

21:53 I Peru: Sieben Touristen sterben bei Flugzeugabsturz

Lima (dts). Bei einem Absturz eines Kleinflugzeuges sind in Peru mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. Bei den Toten handelte es sich Polizeiangaben zufolge um Touristen aus Chile und Peru. Das Flugzeug verunglückte in der Nähe einer Autobahn, etwa 420 Kilometer südlich der Hauptstadt Lima. Die Maschine wurde nach dem Absturz Augenzeugenberichten zufolge komplett zerstört. Die Absturzursache konnte bisher noch nicht geklärt werden.

19:58 I Ekelerregende kinderpornografische Dateien gefunden

Münster. Gestern wurden bundesweit mehrere Durchsuchungen wegen der Verbreitung kinderpornografischer Schriften und des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern durchgeführt. Nachdem bereits im November des vergangenen Jahres ein 47-jähriger Münsteraner in den Mittelpunkt des Verdachts gerückt war, wurden jetzt ungeheuer große Mengen an Datenträgern in seiner Wohnung sichergestellt. Wie berichtet wird, soll es sich um rund eine Million kinderpornografischer Dateien handeln.

Besonders ekelerregend: Kleinstkinder und sogar Säuglinge  sind betroffen. Ferner sollen die Auswertungen auch ergeben haben, dass Hinweise von sexuellem Missbrauch vorliegen. Eine Ermittlungskommission konnte bislang acht Beschuldigte aus der Bundesrepubik ermitteln. Im laufenden Verfahren soll es noch weitere Beschuldigte geben und drei Verfahren wurden in die USA weiter geleitet, um die dort tätigen Kinderschänder dingfest zu machen.

16:08 I Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst durch Schlichterspruch vorerst abgewendet

Münster (dts). Der Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst ist offenbar abgewendet. Die Schlichter Herbert Schmalstieg, ehemaliger Oberbürgermeister von Hannover, und Sachsens früherer Ministerpräsident Georg Milbradt haben eine einvernehmliche Lösung ausgehandelt, hieß es am Nachmittag. Details wurden zunächst nicht bekannt. Die Tarifverhandlungen für die rund zwei Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst sollen am Wochenende in Potsdam mit den Beratungen über die Schlichtungsempfehlung wieder aufgenommen werden.

14:37 I Gipfeltreffen soll Obamas Gesundheitsreform retten

Washington (dts). US-Präsident Barack Obama wird heute Abend ein Gipfeltreffen zu seiner umstrittenen Gesundheitsreform abhalten. Zum sogenannten “Health Care Summit” werden insgesamt etwa 50 demokratische und republikanische Abgeordnete erwartet. Gemeinsam soll über das Für und Wider von Obamas geplanter Reform, wie Budget- und Finanzfragen oder Versicherungsdetails, beraten werden. Dass die Gespräche zwischen den verhärteten Fronten schwierig werden, gilt bereits als sicher. “Es ist in Ordnung, zu einer Regierungsübernahme des Gesundheitswesens Nein zu sagen”, kommentierte etwa der mögliche Präsidentschaftskandidat der Republikaner Mitt Romney die Verhandlungen.

Um einen relativ entspannten Ablauf der Gespräche zu gewährleisten, wird bereits seit Tagen nahezu jeder Aspekt des Gipfels genau geplant. So wird etwa überlegt, welche Form der Tisch haben soll, wer wo sitzt und ob der Präsident einen besonderen Platz erhalten soll. Eine Mitarbeiterin des US-Fernsehsenders ABC, der die Verhandlungen von 10 bis 16 Uhr (Ortszeit) live überträgt, klagte, es gehe zu “wie bei den Vietnam-Friedensgesprächen”. Obama will mit der geplanten Gesundheitsreform rund 31 Millionen unversicherten US-Bürgern einen Versicherungsschutz verschaffen. Einer der am häufigsten vorgebrachten Kritikpunkte ist dabei der hohe Kostenfaktor für den Staatshaushalt der USA.

13:30 I Rücktritt von Margot Käßmann lößt Betroffenheit aus

Hannover. Dass eine Alkoholfahrt derartige Auswirkungen haben kann, konnte wohl niemand vorhersehen. Die EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann zog nur wenige Tage nach diesem für sie persönlich folgenschweren Ereignisses vom vergangenen Samstag, die Konsequenzen und dies, obwohl der Rat der EKD ihr den Rücken gestärkt hatte. Doch wohl wirklich froh über den Rücktritt der engagierten Kirchenfrau scheint niemand in Politk und Kirche zu sein.

Viele hätten sich durchaus eine weitere Zusammenarbeit mit Frau Käßmann vorstellen können, während es parallel dazu auch in bestimmten Situationen für sie schwierig geworden wäre. Ihr Fehlverhalten, das sie selber zutiefst bedauert, hätte sie wohl immer wieder eingeholt, sodass ihre Entscheidung durchaus nachvollziehbar ist. Doch nach ihrem Rücktritt von den Ämtern als Bischöfin und EKD-Ratsvorsitzende, will sie künftig als Pfarrerin tätig bleiben. Als kommissarischer Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche wurde Nikolaus Schneider berufen, der im Sinne des politischen Engagements von Margot Käßmann weiter machen will.