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Archive für 17.2.2010

22:36 I Studie: Armut in Deutschland rapide angewachsen

Berlin (dts). Die Armut in Deutschland ist über einen Zeitraum von zehn Jahren rapide angewachsen. Zu diesem Ergebnis kommt eine heute veröffentlichte Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Demnach befanden sich im Jahr 2008 rund 11,5 Millionen Menschen an der Grenze zur Armut beziehungsweise lebten in Armut. Als Armutsgrenze wurde die Verfügung über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens festgesetzt.

Die aktuellen Zahlen seien ein Anstieg von ungefähr einem Drittel im Vergleich zu 1998. Besonders betroffen seien Kinder und Jugendliche, außerdem sei fast ein Viertel der jungen Erwachsenen im Alter von 19 bis 25 Jahren armutsgefährdet. Die Gründe dafür sehen die Wissenschaftler in dem Trend, früher das Elternhaus zu verlassen, der längeren Ausbildungsdauer, dem späten Einstieg in das Berufsleben und den niedrig bezahlten Nebenjobs. Für Familien wachse die Gefahr mit der Erhöhung der Kinderzahl.

Bei Drei-Kind-Familien liege der Armutsanteil bei 22 Prozent. Für die Vier-Kinder-Haushalte erhöhe sich das Risiko auf 36 Prozent. Laut der Studie sind zudem 40 Prozent der Alleinerziehenden arm. “Investitionen in Betreuungseinrichtungen und in die Verbesserung der Erwerbschancen für Alleinerziehende und Eltern junger Kinder könnten hier effektiver wirken”, schlussfolgern die Forscher diesbezüglich.

Was die Altersarmut in Deutschland betrifft, steige das Risiko bei über 70-Jährigen sowie bei allein lebenden Frauen. Fast ein Fünftel der allein lebenden alten Frauen befinde sich unterhalb der Armutsschwelle, während alte Frauen in Partnerschaften nicht gefährdet seien. Die Bevölkerungsgruppe der 46- bis 55-Jährigen stehe der Studie zufolge aufgrund ihrer abgeschlossenen Bildungskarriere und aktueller Berufstätigkeit relativ gut da.

21:43 I Bundesrechnungshof prüft Kosten des Rüstungsprojekts “Meads”

Berlin (dts). Die Kosten für das transatlantische Rüstungsprojekt “Meads” beschäftigen offenbar zurzeit den Bundesrechnungshof. Nach Informationen des “Handelsblatt” prüfe die Behörde die starke Kostensteigerung für das Rüstungsprojekt. Das Luftabwehrsystem habe Deutschland demnach statt der geplanten 850 Millionen Euro bisher schon 1,1 Milliarden Euro gekostet.

Schätzungen gehen bereits von 1,5 Milliarden Euro Kosten nur für die Entwicklung aus. Das wäre eine Kostensteigerung von 56 Prozent. Deutschland ist mit 25,2 Prozent an dem Projekt beteiligt. Weitere Beteiligungen liegen bei den USA mit 58,1 und Italien mit 16,7 Prozent. “Meads” soll ab 2012/14 bisherige Flugabwehrsysteme ablösen, die teilweise bereits seit 2005 nicht mehr aktiv sind. Angesichts der Kostenexplosion bezweifelten laut dem Bericht Spitzenbeamte des Verteidigungsministerium jedoch, dass das Abwehrsystem je angeschafft wird.

19:17 I Fliegen denken beim Fliegen mehr

Kalifornien (dts). Fruchtfliegen beschäftigen ihr Gehirn beim Fliegen mehr als “am Boden”. Das ist das Ergebnis einer Messung der Gehirnaktivität von Fruchtfliegen während des Fliegens, die von der Technischen Hochschule von Kalifornien durchgeführt wurde. Die Forscher hatten mit Elektroden die Gehirnaktivität der winzigen Insekten bei ihrem Flugbeginn gemessen. Wenn die Fliegen abheben, bewegen sich ihre Neuronen in der visuellen Region des Gehirns besonders stark.

“Unsere Untersuchung an der Drosophila-Fruchtfliege ist besonders interessant, weil sich die sensorischen Neuronen bei vielen Arten abhängig von dem Verhalten des Lebewesens verändern”, sagte Forscherin Gaby Maimon. Bislang sei aber noch nicht klar, warum diese Veränderungen auftreten. Frühere Untersuchungen hatten die Gehirnaktivität von Fliegen nur kurz nach dem Tod gemessen.

“Die Herausforderung bestand darin, dass wir das Gehirn untersuchen, ohne die Fähigkeiten der Fliegen zu verletzen”, sagte der Forscher Michael Dickinson. Der Kopf der Fliege wurde dazu festgehalten und das Insekt konnte seine Flügelpaare frei bewegen. Dann wurde die Oberhaut vom Fliegenkopf abgetrennt und die Elektroden direkt auf der visuellen Region des Gehirns platziert. Das Gehirn einer Fliege besteht aus 300.000 Gehirnzellen, das eines Menschen hat ungefähr 100 Milliarden Neuronen.

18:55 I Lottozahlen vom Mittwoch (17.02.2010)

Frankfurt am Main (dts). In der Mittwochs-Ausspielung von “6 aus 49″ des Deutschen Lotto- und Totoblocks wurden soeben die Lottozahlen gezogen. Sie lauten 17, 22, 31, 35, 38 und 44. Die Zusatzzahl ist die 30, die Superzahl die 5. Der Gewinnzahlenblock im “Spiel77″ lautet 8415177. Im Spiel “Super 6″ wurde der Zahlenblock 580500 gezogen. Diese Angaben sind ohne Gewähr. Im heutigen Lotto-Jackpot befindet sich eine Millionen Euro. Zuletzt war der Jackpot am vergangenen Samstag geknackt worden. In Deutschland wird das populäre Zahlenlotto “6 aus 49″ seit 1955 gespielt. Die am seltensten gezogene Zahl war dabei die 13, die häufigste die 49.

17:23 I Politischer Aschermittwoch: Hartz IV ist Dauerthema

Passau / Straubing / Vilshofen (dts). In den politischen Reden am Aschermittwoch haben sich die Parteien traditionsgemäß gegenseitig aufs Korn genommen und ihre politischen Ziele ausgeführt. Dauerbrenner war dabei die Debatte um die Hartz IV-Neuregelungen. “Keine Angst, meine Freunde, es ist kein Tsunami, es ist nur eine Westerwelle”, kommentierte CSU-Chef Horst Seehofer die jüngsten Äußerungen von FDP-Chef Guido Westerwelle.

Der bayerische Ministerpräsident sprach aber nicht nur über die Unterschiede sondern auch über Gemeinsamkeiten mit der FDP. Arbeit müsse sich lohnen, sagten sowohl Seehofer als auch der Bundesaußenminister bei ihren Reden. In der Diskussion um Hartz IV betonte SPD-Chef Sigmar Gabriel, dass die “wahren Sozialbetrüger” nicht die Hartz-IV-Bezieher seien, sondern die Steuersünder. FDP-Chef Westerwelle verteidigte seine Ausführungen zu Hartz IV, er sei nur im Ausland zur Diplomatie verpflichtet.

17:21 I Lufthansa-Piloten kündigen für nächste Woche Streiks an

Frankfurt (dts). Die Piloten der Deutschen Lufthansa haben Streiks für die kommende Woche angekündigt. Wie die Pilotenvereinigung Cockpit heute in Frankfurt mitteilte, werden die Piloten der Fluggesellschaft ab dem 22. Februar für vier Tage ihre Arbeit niederlegen. Dafür hätten die Mitglieder der Gewerkschaft mit großer Mehrheit gestimmt. Insgesamt sind etwa 4.500 Piloten der Lufthansa, Germanwings und der Frachtfluggesellschaft Lufthansa Cargo von den Streiks betroffen.

Mit dem Ausstand fordern die Piloten mehr Mitspracherecht und Arbeitsplatzgarantien unter dem bestehenden Konzerntarifvertrag. Außerdem wollen sie die Auslagerung von Arbeitsplätzen in billigere Tochterfluggesellschaften verhindern. Bereits im Dezember letzten Jahres gab es Tarifverhandlungen zwischen der Lufthansa und der Pilotenvereinigung, die jedoch gescheitert waren.

12:41 I Was wird mit den Patientendaten, Herr Rösler?

Berlin. Auch in Zukunft soll es möglich sein, dass Krankenhäuser und Ärzte Daten von Kassenpatienten an private Dienstleister weiter geben dürfen. Dieser Meinung ist auch Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP). Im Sommer sollte die Regelung bezüglich der Datenweitergabe enden, doch jetzt ist die Rede von einer Verlängerung um ein Jahr. Diese Entscheidung basiert darauf, dass man angeblich eine andere Regelung kurzfristig nicht auf den Weg bringen kann.

Im Dezember 2008 hatte das Bundessozialgericht entschieden, dass eine Weitergabe von Patientendaten zu unterbleiben hat, sebst wenn der betreffende Patient sein Einverständis gegeben hat. Doch beharrte die damalige schwarz- rote Regierung darauf, bis Juni 2010 die Ausnahmeregelung laufen zu lassen. Datenschützer sehen der jetzigen Regelung erst einmal mit gemischten Gefühlen entgegen.

12:31 I FDP weiter auf Sturzflug

Berlin. Es ist nicht zu übersehen- die FDP sinkt weiter in der Wählergunst. Was Ende September 2009 bei der Bundestagswahl so glorreich begann, muss bald wieder aufpoliert werden, wollen die Freidemokraten ihr Gesicht nicht verlieren. Erst gestern, beim neuen “Stern- RTL- Wahltrend”, sackte die FDP im Vergleich zur Woche davor wieder um einen Prozentpunkt und ist nun auf sieben Prozent angekommen. Rückblickend auf das Traumergebnis vom 27. September in Höhe von 14,6 Prozent, musste die FDP die Hälfte nach gut 100 Tagen schon einbüßen. Die Frage, die im Raum steht lautet: Quo vadis, FDP?

12:25 I Tarifverhandlungen gehen in schwierige Phase

Berlin. Es ist etwas ruhiger geworden um die Auseinandersetzungen im Tarifstreit der vergangenen Wochen, doch für die rund zwei Millionen Beschäftigten steht eine problematische Phase noch bevor. Schließlich sollen in Hannover die Schlichtungsverhandlungen auf den Weg gebracht werden, nachdem Arbeitgeber und Gewerkschaften noch vor rund einer Woche von gescheiterten Verhandlungen gesprochen haben. Jedoch wird nach wie vor nach Lösungen gesucht, die am gemeinsamen Tisch gefunden werden sollen. Beobachter sprechen davon, dass es ohne weitere Streiks und Urabstimmungen zu einem neuen Tarifvertrag kommen wird.

Man kan damit rechnen, dass die Schlichter am 25. Februar einen Vorschlag zur Einigung auf den Tisch bringen werden, über den aller Voraussicht nach zwei Tage später zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften beraten wird. Möglich ist, dass beide Seiten den Schlichterspruch annehmen oder auch ablehnen können, wobei jedoch der Druck auf eine Einigung steigt. Schließlich weiß jeder, dass sich wohl keine Kommune einen richtigen Streik leisten kann. Hinzu kommt, dass die Gewerkschaften nicht ignorieren können, was aktuell bei den Tarifverhandlungen in der Metall- und Eektroindustrie passiert. So verzichtet die IG Metall, angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage, auf konkrete Lohnforderungen. Hier steht der Schutz und Erhalt von Arbeitsplätzen ganz oben auf der Wunschliste der Gewerkschafter.

11:29 I Untersuchungen wegen Vermittlung von Stipendien an radikal-islamischer Sprachschule

Stuttgart (dts). Die Staatsanwaltschaft Stuttgart will offenbar erstmals Islamisten strafrechtlich belangen, die jungen Muslimen radikales Denken nahe bringen. Wie das Magazin “Stern” berichtet, ermittelt die Behörde gegen sieben Männer, die mehr als 100 Deutschen Stipendien für einen Sprachkurs am Qortoba-Institut im ägyptischen Alexandria vermittelt haben sollen. Drei von ihnen wurden bereits verhaftet. Die Sprachschule trage mit ihrer Islam-Interpretation zur “weitergehenden Radikalisierung” bei, so die Ermittler.

Auch mit Werbern von Terrorcamps würden die Stipendiaten in Kontakt gebracht. Vergeben wurden die Stipendien von der saudi-arabischen Stiftung “World Wide Association for Introducing Islam” (WWAII). Nach den Ermittlungen der Stuttgarter Staatsanwaltschaft wird die WWAII direkt vom saudischen Königshaus gesponsert. So dankte der Generalsekretär der Stiftung in einer Mitteilung im Juni 2008 dem saudischen König und dem Kronprinzen für ihre “persönliche
Unterstützung” und die Förderung der Programme.