Berlin (dts). Nach den jüngsten Problemen beim Zahlen mit EC- und Kreditkarten, von denen bundesweit Millionen Bankkunden betroffen sind, drohen den Geldinstituten nun Kosten in Millionenhöhe. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hat die Banken aufgefordert, “unverzüglich dafür zu sorgen, dass Kredit- und Bankkarten wieder einwandfrei funktionieren oder ausgetauscht werden”. Ferner müssten die Verantwortlichen “mehr Sorgfalt an den Tag legen, um die Sicherheit und Funktionsfähigkeit von Bank- und Kreditkarten zu gewährleisten”. Laut Aigner müssten die Institute rechtmäßig für die Behinderungen einstehen, schließlich zahlten die Verbraucher für den Service der Kartenzahlung. Auch Gebühren für die Abhebung am Bankschalter dürften nicht erhoben werden. Bereits seit Tagen treten Probleme beim Bezahlen mit Geldkarten auf. Betroffen sind mehr als 20 Millionen EC-Karten der Sparkassen, sowie 3,5 Millionen Kreditkarten und 2,5 Millionen Karten von Privatbanken.
Hintergrund ist ein Softwareproblem bei Chips des französischen Herstellers Gemalto. Dabei kann die entsprechende Software offenbar die Jahreszahl 2010 nicht verarbeiten. Gemalto arbeite nach eigenen Angaben derzeit gemeinsam mit den deutschen Banken an einer Fehlerbehebung, um einem Austausch der Karten aus dem Weg zu gehen. Ein solcher Umtauch würde die Banken vermutlich bis zu 25 Millionen Euro kosten. Chips anderer Hersteller sind nicht betroffen, die Verbraucher können allerdings nicht selbstständig erkennen, um welchem Hersteller es sich bei ihren Karten handelt.
6.1.2010 bei 15:30
Der Millenium-Bug damals von 1999 auf das 2000 war ähnlich aber hysterie und fand nicht statt. Ich denke jetzt sieht es anders aus; Computersysteme unter Windows oder Unix (Linux) berechnen ein Datum jeweils anders. Während Windows “menschlich” rechnet, also Schaltjahre usw. berechnen kann, rechnet ein Unix-System vom absoluten Nullpunkt aus jeden Tag einen Zähler höher. Damals beim Millienium waren nur Windows Computer betroffen die zwischen 1900 und 2000 nicht unterscheiden konnten, Unix PCs störte das nicht. Jetzt ist es aber so das ein Unix System seine Zählgrenze erreicht hat und ein ganz normaler Overflow stattgefunden hat und Unix-PCs jetzt wieder mit Null anfangen das Datum zu berechnen - das wird das Problem sein.
Igor
14.1.2010 bei 08:42
Das Problem hatte wohl nichts mit einem klassischen Überlauf zu tun, sondern höchstwahrscheinlich ein Fehler in der Umrechung von Hexadezimal (Basis16, computerüblich) zu Dezimal (Basis 10, menschenüblich).
Igor