Rüsselsheim. Seit vielen Wochen ist der Verkauf von Opel im Gespräch und noch immer scheint kein Ende des Tauziehens in Sicht. Der deutsche Autobauer scheint eine Gratwanderung zu erleben, denn der bisherige Mutterkonzern in Detroit, General Motors, hält an seinen gesteckten Zielen fest.
In der ersten Novemberwoche will sich der Verwaltungsrat von GM mit dem Verkauf an Magna beschäftigen. Nun steht die speulative Frage im Raum, ob die deutsche Tochter nun doch behalten werden soll. Wird nicht bald eine zufriedenstellende Lösung gefunden, so befürchten Regierung und der Betriebsratschef von Opel, sind finanzielle Engpässe vorprogrammiert. Der Überbrückungskredit in Höhe von 1,5 Milliarden Euro wird aller Voraussicht nach nur noch bis Ende des kommenden Monats ausreichen. Soviel ist klar: Bei General Motors scheint man sich nicht darüber im klaren zu sein, welche Tragweite die aktuell unklaren Zustände auf Dauer für den deutschen Autobauer haben.
Warum GM zögert und woher das nötige Geld für eine eventuelle Sanierung des Rüsselsheimer Autobauers herkommen soll, bleibt zunächst ungeklärt und mehr als spekulativ. Nach dem Ende des Insolvenzverfahrens bei GM wird wohl das nötige Kleingeld fehlen, Opel halten zu können und auch die amerikanische Regierung wird nichts beisteuern.
In wieweit die Verhandlungen mit den hiesigen Arbeitnehmern gediehen sind, über einen Sanierungsbeitrag nachzudenken, scheint auch noch im Unklaren zu liegen. Gewiss ist indes, dass alle europäischen Gewerkschaften das Magna- Konzept stützen. Gefordert wird, dass die Belegschaft für die Rettung Jahr für Jahr bis zum Jahr 2014 rund 265 Millionen Euro zusteuern soll und dies in Form von Verzicht auf Weihnachts- und Urlaubsgeld. Dass damit erhöhte Mitbestimmungsrechte verbunden sein werden, liegt klar auf der Hand.
Bis dahin wird sich das Verkuafskarussell um den deutschen Autobauer wohl noch eine Weile weiter drehen.