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Archive für 12.3.2009

16:30 I Tim K. kündigte Tat an

BERICHT  I Kukksi Reporterin Astrid Albrecht- Sierleja

NACHTRAG

13.03.09 I 06:30 Heute früh kam die Meldung, dass Tim K. die Tat doch nicht angekündigt hat. Es hat sich rausgestellt, dass dies eine Fälschung war!

Nun scheint es gewiss: der Täter von Winnenden hatte noch in den frühen Morgenstunden sein unvorstellbares Vorhaben angekündigt- in einem Chatroom. Mit den Worten, dass er in seiner ehemaligen Schule “mal richtig gepflegt grillen wolle”.

Was sich hinter dieser Aussage verbarg, ist seit Mittwoch schreckliche Gewissheit. Der Schüler, der als Empfänger dieser Nachricht galt, schenkte dieser Äußerung keine Beachtung. Erst nachdem das Blutbad an der Realschule in der 20 Kilometer von Stuttgart entfernt gelegenen Kreisstadt Winnenden angerichtet war, war auch dem Gesprächspartner aus dem deutschsprachigen Internet- Forum klar, dass Tim K. tatsächlich brutal zugeschlagen hatte und das Leben von 15 Menschen beendet hatte.

Wäre diese Ankündigung ernst genommen worden, hätte man vielleicht Schlimmeres verhindern können. Doch wer will schon wissen, wer was ernst meint? Hinzu kommt, dass der 17jährige Tim K. auch in psychiatrischer Behandlung war- und dies gleich mehrfach im vergangenen Jahr. Doch abgeschlossen hatte er diese Behandlung nicht.

Wer oder was muss nun verantwortlich für die schreckliche Tat gemacht werden, die 15 Menschen das Leben kostete? So wie es aussieht, spielt eine Vielzahl an Faktoren eine Rolle, die schließlich zum Amoklauf des Tim K. geführt hat. Unverstanden, vielleicht gemobbt, enttäuscht vom Leben und seinen Mitmenschen? Aber können all das Gründe dafür sein, unschudige Mitmenschen hinzumetzeln? Wohl nicht- so mag jeder psychisch Gesunde denken. Noch lange wird man rätseln, ob auch brutale Gewaltvideos, gewaltverherrlichende Spiele und zuguterletzt auch der Zugang zu einer Waffe die Tat provoziert haben.

Die Frage nach dem Warum wird vielleicht nie vollständig geklärt werden, aber womöglich gibt es eine Chance, Taten dieser Art zu verhindern, indem man Mitmenschen mit offenen Ohren und Augen begegnet…?

09:30 I Trauer, Hilflosigkeit und unzählige Fragen

BERICHT I Kukksi Reporterin Astrid Albrecht- Sierleja

Amerika scheint nicht mehr weit zu sein- kamen Schreckensnachrichten wie die vom gestrigen Tage in Winnenden doch sonst aus den fernen Vereinigten Staaten. Doch eines steht bereits jetzt schon fest: der Schrecken und das Unfassbare ist nicht an der Geografie fest gemacht. Der Amok- Wahnsinn lauert überall und kann jeden treffen. Zur falschen Zeit am falschen Ort?

Doch muss es auch Ursachen dafür geben, dass ein scheinbar unauffälliger Mensch plötzlich zu diesen Maßnahmen greift. Wer ist schuld daran? und: muss man nach einem Schuldigen suchen? Ist nicht vielmehr jeder für sich selber verantwortlich und sollte seine individuellen Probleme allein meistern, ohne sich an anderen Menschen auszutoben? Fragen über Fragen, die sich in diesen Tagen viele stellen müssen, die sich im unmittelbaren Umfeld des 17jährigen Täters befunden haben. Zu aller erst stehen die Eltern im Mittelpunkt. Wie werden sie mit der grauenhaften Realität umgehen? Zeichnete sich ein solches Vorgehen ab, ohne dass Zeichen für einen Amoklauf zu erkennen waren?

Ein Ort steht unter Schock und nicht nur Winnenden scheint traumatisiert. Die ganze Republik ist fassungslos. Bereits gestern nahm unter anderem auch die Bundesfamilienministerin, Ursula von der Leyen (CDU), Stellung zur Tat. Sie forderte alle Schulen auf, sich künftig besser auf drohende kritische Situationen vorzubereiten. Im Mittelpunkt sollte auch die Beantwortung der Frage nach den möglichen Auslösern für Wahnsinnstaten dieser Art stehen. Die Rede ist von so genannten “Erziehungs- Partnerschaften” zwischen dem Elternhaus und den Schulen, um gegebenenfalls Schreckenstaten rechtzeitig erkennen zu können.


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